Briefe an Liva <3 (1)

 

Unsere ersten 3 Monate.

Hallo mein wunderschönes Baby, meine Liva.

Ich wollte dir dieses Brief schon viel früher schreiben denn ich möchte einfach nichts von dem vergessen, was ich mit dir erlebe. Ich versuche jeden Tag ganz bewusst zu genießen und ich gebe mir wirklich Mühe, dass du am Abend mit einem Lächeln einschläfst und diese bunte Welt genauso liebst wie ich. Ich merke schon jetzt wie erste Emotionen und Erlebnisse mit dir von neuen tollen Ereignissen überschrieben werden. Eigentlich müsste ich ein Tagebuch führen und täglich niederschreiben was wir erlebt haben und wie du dich entwickelst. Da ich das aber auf Dauer nicht durchhalten werde, mein eigenes Tagebuch war am Ende eher eine monatliche Bestandsaufnahme, habe ich mich für diese Briefe entschieden. Mein Blog ist mittlerweile zu einer Art Tagebuch geworden, er ist voller Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen. Gerade die kleinen Dinge, die ich an dir so liebe, sollen dich irgendwann erreichen und vor allem möchte ich sie niemals vergessen.

Schon in der Schwangerschaft habe ich mir vorgenommen eine lockere Mama zu werden. Du sollst die Welt zwar mit unserer Unterstützung erkunden aber deinen ganz eigenen Weg dafür finden. Aber Motti, es ist wirklich schwer locker zu sein. Und es ist ein verwirrendes Gefühl. Wenn du nicht schläfst mache ich mir Sorgen weil du nicht schläfst, wenn du aber 4 Stunden draußen in deinem Wagen schlummerst habe ich schon wieder das Bedürfnis nach dir zu schauen und wundere mich, warum du so gut schläfst. Aber ich werde besser! Ich schrecken nicht mehr wie vom Blitz getroffen zusammen, wenn du dich verschluckst oder wenn du dank des Schnullers einen Würganfall hast. Ja, das klingt übel und das ist es auch aber es ist nichts schlimmes und nach 2 Monaten habe ich das auch verstanden. Aber ich habe auch böse Rückfälle. Deine ach so coole Mama macht zum Beispiel immer wenn sie zu dir ins Bett kommt einen Atemtest – völlig bescheuert. Ich werde unruhig wenn du nicht bereits tief und fest schläfst, wenn ich zu dir ins Schlafzimmer komme. Tust du es doch, schläfst du mir zu tief und ich halte den Finger unter dein kleines Näschen, um deinen Atem zu spüren. Ich strenge mich damit selbst an! Das Gute ist, ich kann es immer auf die Hormone schieben. Anders kann ich es mir auch einfach nicht erklären, dass ich ständig das Gefühl habe vor Stolz und Freude heulen zu müssen. Als dich die dänische Hebamme angesprochen hat und du hast freudestrahlend und laut einen langen Plapper-Monolog hingelegt sind mir die Tränen in die Augen geschossen. Deine Mama ist also auch noch richtig peinlich. Peinlicher sind wahrscheinlich nur die Namen, die wir dir ständig geben. In meinem Bauch bist du mit Wurmin und Zumba-Maus wirklich noch richtig gut weggekommen. Nun ist von Schlabotti, Motte, Motti, Liva-Doreen oder Glatzkopf alles dabei. Aber ich bin mir sicher deine Rache kommt wenn du alt genug bist, um uns Spitznamen zu verpassen. Bis dahin liebe ich es dir beim Aufwachsen zuzusehen. Diese “Aufwachshow” kann sich bei dir bis zu 30 Minuten hinziehen und ist eine echte Augenweide! Dein Recken, Strecken, Schnaufen, Augenrollen und Grunzen ist wirklich unfassbar niedlich aber ich hoffe bis zu deinem 18. Geburtstag bekommen wir das etwas mehr “ladylike” hin. 😀 Wenn man dich noch verschlafen aus deinen Bettchen holt machst du wieder das “Baby-Bündel”, welches du vor 2 Monaten noch warst. Du wirfst deinen kleinen Kopf in den Nacken, ziehst deine Beine an und drückst deinen Hintern weit in die Luft, einfach bezaubernd, wie alles an dir.

So, jetzt noch ein paar Dinge für die ich mich nach den ersten 3 Monaten bei dir bedanken will: Danke, dass du nur ein oder zweimal in der Nacht wach wirst und meistens mit mir ausschläfst. Danke, dass du meine Milch echt spitze findest und ich immer noch voll stillen kann. Danke, dass du wirklich alles mitmachst, egal ob eine 2000 km Reise, einen Stadionbesuch oder Baby-Fitness. Danke dafür, wie du mich ansiehst und stundenlange Gespräche in Geheimsprache mit mir führst. Danke, dass du es uns so einfach machst und so unfassbar pflegeleicht bist. Und dafür, wie du deinen Papa innerhalb von Minuten um den Finger gewickelt hast und es jeden Tag mehr machst. Er schaut dich jetzt an, wie er es vorher bei mir getan hat und du bist die einzige Frau, der ich das niemals übel nehmen werde!

Ich freue mich auf die nächsten Monate mit dir und unserer dänischen Muttergruppe. Ich bin bereit weiter bei deinen Bäuerchen an vorderster Front zu kämpfen und mit dir zusammen auf eine längst überfällige volle Windel hinzufiebern.  Ich hoffe im nächsten Brief kann ich dir dann schon berichten, dass ich viel entspannter geworden bin und kann dir von den vielen neuen Dingen berichten, die du gelernt hast. Im Moment ist dein absoluter Liebling (neben mir und Papa natürlich) dein Fisch-Mobile. Du liebst es abgöttisch und es ist das einzige was dich beruhigen kann, wenn du doch mal einen richtig schlechten Abend hast und die Welt verfluchst. Den Fischen erzählst du auch, was in deiner kleinen Welt so los ist und strahlst sie an. Seit du jedoch das Sabbern und “in den Mund stecken” für dich entdeckt hast, rücken auch Spielsachen in deinen Fokus. Aber nichts ist faszinierender als deine Hände. Witziger weiße hast du sogar zwei von den Dingern und die kann man herrlich verknoten oder in den Mund stopfen. Ich werde das natürlich weiter für dich beobachten, so wie ich es immer tue, stundenlang.

Du bist erst (oder schon?) 3 Monate bei uns und ich habe nie einen Menschen kennengelernt der so herzlich, freundlich und von Grund auf ehrlich und echt ist wie du. Egal wann du wach wirst, du strahlst mich an. Du machst dir keine Gedanken wie du beim Einschlafen aussiehst, wenn du mal wieder alienmäßig deine halboffenen Augen verdrehst. Es ist dir nicht peinlich wenn du deine schrecklich stinkenden Fürze auf meinem Schoß abfeuerst oder dein lautes Bäucherchen durch das Baby-Kino hallt. Du bist einfach du und wir lieben Dich jeden Tag noch ein Stück mehr.

Deine Mami.

 

Hier lest ihr:

Briefe an Liva (2)

Die Geburt – wenn alles anders kommt.

2000 Kilometer mit Baby an Bord.

Hilfe, ich werde Mama.

15 Gedanken zu „Briefe an Liva <3 (1)

  • März 9, 2018 um 5:11 pm
    Permalink

    Jetzt heule ich! Blöde Kuh!😛😉😘

    Antworten
  • März 9, 2018 um 7:57 pm
    Permalink

    Mutterliebe (und Vaterliebe) total <3
    Ich wurde auch sehr emotional berührt nach deinem Brief an Liva.
    Angehend das kontrollieren nach Atem- mir ging es genauso als mein Sohn ganz klein war. Beruhige Dich es wird mit der Zeit besser (dafür entstehen dann neue Sorgen 😉 )
    Was für ein Glück für Liva mit so liebende Eltern aufzuwachsen.

    Antworten
  • März 9, 2018 um 10:13 pm
    Permalink

    Ach wie toll, da bekommt man sogar als Nicht-Mutti Muttergefühle und einem schießen die Tränen in die Augen! Liebste Grüße aus dem Kuhdorf LRD 🙂

    Antworten
  • März 10, 2018 um 8:51 am
    Permalink

    Wie immer wunderschön geschrieben😍weiterhin eine tolle Zeit….du machst das super😉😊😊😊😊😊

    Antworten
  • März 10, 2018 um 9:55 am
    Permalink

    Genau so ist es mir bei jedem unserer drei Kinder gegangen. Mit der Zeit wird man ruhiger und gelassener. Aber die Sorgen nehmen nie ab sie ändern sie sich mit jedem Tag und Jahr. Auch heute noch obwohl sie schon längst erwachsen sind. Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Freude mit eurer Liva.

    Antworten
  • März 10, 2018 um 10:22 am
    Permalink

    Meine Krischt: Du bist eine wundervolle Mutti. Dich zu beobachten, wieviel Freude Du mit Liva hast ist toll. Und das kommt in Deinem Blog auch total rüber. Ich freue mich Euch hoffentlich bald wieder zu sehen. Deine Martl.

    Antworten
  • März 10, 2018 um 11:16 am
    Permalink

    Was für ein schöner und liebevoller Brief 🙂 auch wenn man nicht so ein pflegeleichtes Würmchen hat, sondern einen kleinen Bauchweh-Quengelmann, liebt man niemanden so sehr wie sein Baby. Und man macht sich ständig Sorgen, darf es ja aber nicht so dem Kind zeigen. 😉 Aber entspannt bleiben ist oft nicht leicht. Weiterhin eine wunderbare Zeit mit deiner kleinen Maus.

    Antworten
  • März 10, 2018 um 1:20 pm
    Permalink

    Wie immer kommen auch viele tolle Kommentare über Facebook rein, diese möchte ich euch nicht vorenthalten:

    “Sehr schön♡ ich habe meine Kinder wachgerüttelt wenn ich den Atem nicht gehört hab 😁”

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  • März 10, 2018 um 1:23 pm
    Permalink

    “Die Lockerheit kommt auch erst (etwas) bei Kind zwei.

    Dazu gibt es ne lustige Aufstellung:

    1. Kind, 2. Kind, 3. Kind
    Schwangerschaft
    ERSTES KIND: Du läufst im Umstandskleid
    herum, sobald dir dein Arzt von deiner
    Schwangerschaft erzählt hat.
    ZWEITES KIND: Du trägst deine normalen
    Klamotten so lange wie möglich.
    DRITTES KIND: Deine Umstandskleider SIND
    deine normalen Klamotten.

    Die Vorbereitung auf die Geburt
    ERSTES KIND: Du übst verbissen das Atmen.
    ZWEITES KIND: Du kümmerst dich nicht um das
    Atmen, denn beim ersten Mal hat’s ja
    auch kein Stück geholfen.
    DRITTES KIND: Du bittest schon im achten
    Monat um eine lokale Betäubung.

    Die Babysachen
    ERSTES KIND: Du wäschst neu gekaufte
    Kleidung vor dem ersten Anziehen, ordnest sie nach Farbe und legst sie penibel zusammengefaltet in den Schrank im Babyzimmer.
    ZWEITES KIND: Du guckst nach, ob die Sachen
    sauber sind, und sortierst nur die mit den
    dunkelsten Flecken aus.
    DRITTES KIND: Jungs können auch rosa tragen,
    oder?

    Sorgen
    ERSTES KIND: Beim ersten Anzeichen von
    Unwohlsein (ein Wimmern oder ein verzerrtes
    Gesicht) nimmst du das Baby auf den Arm.
    ZWEITES KIND: Du nimmst das Kind in den Arm,
    wenn sein Quengeln dein Erstgeborenes
    aufwecken könnte.
    DRITTES KIND: Du bringst den älteren Kindern
    bei, wie sie die automatische Wiege des
    Babys wieder aufziehen können.

    Schnuller
    ERSTES KIND: Wenn der Schnuller auf den
    Boden fällt, packst du ihn in die Tasche, bis du
    ihn daheim waschen und sterilisieren kannst.
    ZWEITES KIND: Wenn der Nuckel auf den Boden
    fällt, spülst du ihn mit etwas Saft aus der
    Babyflasche ab.
    DRITTES KIND: Du wischst den Schnuller an
    deinem T-Shirt ab und stopfst ihn wieder
    zurück.

    Windeln
    ERSTES KIND: Du wechselst die Windeln jede
    Stunde, egal ob nötig oder nicht.
    ZWEITES KIND: Du wechselst die Windeln alle
    zwei bis drei Stunden, wenn nötig.
    DRITTES KIND: Du versuchst die Windeln zu
    wechseln, bevor sich jemand über den Gestank
    beschwert oder wenn du siehst, dass die
    Windel schon auf Kniehöhe hängt.

    Beschäftigungen
    ERSTES KIND: Du gehst mit deinem Kind zur
    Babygymnastik, zur Babyschaukel und zur
    Märchenstunde für Babys.
    ZWEITES KIND: Du gehst mit deinem Kind zur
    Babygymnastik.
    DRITTES KIND: Du gehst mit dem Kind zu Aldi
    und zur Wäscherei.

    Ausgehen
    ERSTES KIND: Du lässt dein Kind mit einem
    Babysitter allein und rufst dann fünf Mal
    daheim an.
    ZWEITES KIND: Kurz vor dem Weggehen fällt
    dir ein, dass du eine Telefonnummer hinterlassen
    solltest, unter der dich der Babysitter
    erreichen kann.
    DRITTES KIND: Du sagst dem Babysitter, dass
    er dich nur dann anrufen soll, wenn er Blut
    sieht.

    Zu Hause
    ERSTES KIND: Du verbringst einen Großteil
    des Tages damit, das Baby anzuschauen.
    ZWEITES KIND: Du verbringst einen Teil des
    Tages damit aufzupassen, dass das ältere
    Kind das Baby nicht haut, schubst oder meuchelt.
    DRITTES KIND: Du verbringst einen kleinen
    Teil des Tages damit, dich vor den Kindern
    zu verstecken.

    Verschluckte Münzen
    ERSTES KIND: Du fährst mit dem Kind sofort
    ins Krankenhaus und verlangst
    Röntgenaufnahmen.
    ZWEITES KIND: Du wartest darauf, dass die
    Münze wieder auf natürlichem Weg rauskommt.
    DRITTES KIND: Du ziehst dem Kind die Münze
    vom Taschengeld ab”

    Die Antworten darauf:

    “Das geht mit dem Thema Fotos auch: wir haben von Kind 1 immer ein “picture of the day” auf dem Handy gehabt, das hat bereits beim 2. Kind rapide nachgelassen… 😁”

    “Wirklich wahr 😂 Ich spreche aus Erfahrung! Allerdings passiert das Gegenstände verschlucken wahrscheinlich nur beim ersten Kind. Beim 2. erkennst du die Gefahr rechtzeitig. Ich habe noch die Röntgenaufnahme vom Großen ☺”

    Antworten
  • März 10, 2018 um 1:24 pm
    Permalink

    “So schön geschrieben jetzt heul ich auch wie alle Mädels die das lesen 😘”

    Antworten
  • März 10, 2018 um 1:39 pm
    Permalink

    Kommentar über Facebook:

    “Stinkende Fürtze abfeuerst ist super 🤣
    Welche Mami kennt das nicht? Ich habe beide immer leicht gerüttelt um festzustellen ob sie noch Leben😂 ich glaube das kennt jeder und nein man wird nicht gelassener.”

    Antworten
  • März 11, 2018 um 6:48 am
    Permalink

    Sehr schön geschrieben! Wie immer herrlich auf den Punkt getroffen. So erging es mir auch mit meinem 1. Baby. Ich hab 3 Kinder und lebe seit 11 Jahren in Dänemark, die alle in DK geboren sind 😀!
    Ich freue mich auf den nächsten Beitrag! 👏👏👏🙂👍

    Antworten
  • März 20, 2018 um 8:35 pm
    Permalink

    Absolut jedes deiner Wörter kann ich nachvollziehen!
    Wobei ich für mich behaupte, schon beim 1. Kind echt gelassen und entspannt gewesen zu sein. 😉

    Es ist wundervoll deine LIEBE in Worte gepackt zu lesen! 😍❤️
    Und spätestens, wenn Liva ihr 1. eigenes Kind erwartet, wird sie deine Worte an sie aufsaugen und dir unendlich DANKBAR sein!

    Mach weiter so.
    Ich lese unheimlich gern mit. 😘

    P.S.: Gustav sowie Erna haben ein Tagebuch von ihrem 1. Lebensjahr. 📖🖊💪🏻

    Antworten

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