Die Geburt – wenn alles anders kommt!

 

 

Ich habe die Schmerzen völlig unterschätzt!

Ich freue mich sehr darüber, dass ich Euch so köstlich amüsiert habe mit meiner Idealvorstellung zur Geburt. Besser gesagt mit dem Timing dafür. Dazu hat allerdings einzig und allein Liva, unsere zauberhafte Tochter, beigetragen. Als ich am 28.11.2017 den Text: “Die Traumgeburt- ohne Angst”  getippt habe, war es 0 Uhr. Ich hatte noch nie zuvor einen meiner Beiträge um Mitternacht geschrieben, normalerweise schlafe ich um diese Zeit. An diesem Abend konnte ich nicht einschlafen, nichts ungewöhnliches für eine Hochschwangere, ungewöhnlich war nur das Verlangen, diesen Beitrag zur Traumgeburt schreiben zu wollen… NOCH schreiben zu wollen. Denn keine 5 Stunden später hat sich unsere kleine Zumba-Maus, 6 Tage zu früh, auf den Weg zu uns gemacht. Schön, dass ich immer schrecklich sicher war, dass sie nicht vor dem errechneten Termin auf die Welt kommen wird. Die Dänischprüfung stand noch an, am Abend sollte es ins Musical gehen aber ihr hattet es ja prophezeit, den Zeitpunkt bestimme nicht ich und aussuchen kann ich ihn mir auch nicht. Für alle die es lesen wollen: Ihr hattet Recht! 🙂 Recht hatte übrigens auch mein Vattke (Vater) als er uns auslachte. Wir haben ihm eine Woche zuvor von den Musical-Karten erzählt und er hat nur gelacht. Er wusste es irgendwie, dass es dazu wohl nicht kommen wird. Gespenstig der Typ 😀

Doch nun zur Geburt, der echten Geburt und nicht meinem Wunschdenken. Wie ihr wisst bin ich wirklich entspannt an die Sache heran gegangen. Ich war überzeugt, dass ich viel wegstecken kann und idealer Weise wollte ich auf jegliche Betäubung verzichten. Mr. Z und ich standen der anstehenden Geburt also äußerst relaxt gegenüber, anders als unser Umfeld. 🙂 Lang hat das allerdings auch bei uns nicht angehalten, als ich morgens 5.30 Uhr mit einer Blutung aufgewacht bin, konnte ich das nicht entspannt sehen. Ich hatte mit Fruchtwasser oder Wehen gerechnet aber damit konnte ich nicht wirklich umgehen. Aufgrund der großen Menge beschlossen wir also ins Krankenhaus zu fahren, ohne Wehen, dafür mit einer wachsenden Unruhe. Im Krankenhaus angekommen haben sich alle nur für die evtl. geplatzte Fruchtblase und meine Wehen interessiert, mit beidem konnte ich nicht dienen, ich wollte eigentlich nur hören, dass trotz der Blutung alles ok ist. Jedoch wurde nur der Herzschlag der Kleinen gecheckt und nach 7 Stunden warten im Krankenhaus, ohne Ultraschall oder ähnliches, wurden wir wieder nach Hause geschickt. Keine Wehen, kein Verlust des Fruchtwassers und Tschüß! Sollte ich mich wirklich so getäuscht haben? Für mich war klar, dass da etwas nicht stimmte aber auch nach mehrmaligen nachfragen, wollten keiner einen Ultraschall machen. Man man man, tiefenentspanntes Dänemark. Manchmal fehlt mir das doch, die völlige Entspanntheit und sehr genervt ging es zurück nach Hause. Eine Freundin hat mich vor der Geburt gefragt, ob ich mich noch schminken wollen würde, bevor es in den Kreißsaal geht. Die, die mich gut kennen wissen, dass ich eigentlich fast nie ungeschminkt bin und natürlich wollte ich auch mein Baby nicht völlig entstellt willkommen heißen. Das ist natürlich ein Witz aber meine Antwort war ja, wenn ich genug Zeit hätte, würde ich auch duschen und mich hübsch machen, bevor es ins Krankenhaus geht. Ich fühle mich dann einfach selbst viel besser. An diesem Tag und durch die Blutung war dann natürlich keine Zeit und es war auch überhaupt nicht mehr wichtig, wie ich aussah. Als wir dann vom Krankenhaus nach Hause gefahren sind bekam ich leichte Wehen. Es hätten auch Senkwehen sein können, die Abstände war riesig und unregelmäßig. Zu Hause war also entspannen unter der warmen Dusche angesagt und danach wollte ich mich etwas hinlegen. Ich war durch die Warterei und die Ungewissheit völlig platt. Zum Hinlegen kam es nicht mehr. Gegen 16 Uhr war klar, dass wir bald wieder zurück ins Krankenhaus fahren können, die Wehen wurden stärker und regelmäßiger. Der perfekte Zeitpunkt also, um sich hübsch zu machen. Danke kleine Liva, dass du deiner Mama die Zeit dazu gelassen hast. 🙂 Die Abfahrt zum Krankenhaus (30 Minuten entfernt) sollten wir laut Hebamme allerdings abwarten, bis der Wehenabstand max. 5 Minuten betrug, wir hatten also noch 4 herrliche Stunden zu Hause. 🙂 Zumindest dieser Punkt meiner Wunschliste hatte damit geklappt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich sehr entspannt und konnte die Wehen super wegatmen. Ja es tat weh aber nichts, was einen umbringt. Ich habe mich gefreut, als die Abstände kürzer wurden denn ich wusste, jetzt kommt unser Baby! Mr. Z hat die Zeit zu Hause souverän ausgesessen, war da wenn ich ihn gebraucht habe, hat die Abstände aufgeschrieben und stand mit dem Krankenhaus im Kontakt. Mit 4-Minuten-Abständen ging es dann nach Roskilde ins Krankenhaus. Die Autofahrt dahin war alles andere als angenehm, immerhin konnte ich mich nicht mehr so frei bewegen, wenn eine Wehe kam. Aber auch bis hierher alles im Rahmen.

Wir waren dann gegen 21 Uhr im Krankenhaus, waren seit morgens 6 Uhr unterwegs und irgendwie war ich so naiv zu glauben, dass es jetzt ja sicher schnell gehen würde. Ich bekam ein Zimmer und eine tolle Hebamme und durfte mich an den deutlich heftigeren Wehen erfreuen. “Wie lang geht das denn jetzt noch so?” Die Hebamme hat mir relativ deutlich zu verstehen gegeben, dass es sich noch um STUNDEN handeln wird. Der Muttermund war erst 5 cm geöffnet und es hieß warten und aushalten. Mittlerweile hat mich jede Position schrecklich genervt. Ich wollte nicht liegen, sitzen, stehen oder laufen, ich wusste überhaupt nicht mehr was ich wollte. Bis zu diesem Augenblick hatte ich meinen Körper dennoch ganz gut unter Kontrolle aber was danach kam hat mich doch überrascht. Ich bin entspannt an die Geburt heran gegangen aber im Nachhinein muss ich sagen: Ich habe die Schmerzen deutlich unterschätzt!

Im 2. Teil berichte ich von meiner Erfahrung mit dem Lachgas, der warmen Dusche und der Frage: PDA ja oder nein. Außerdem kläre ich auf warum ich einen Dolmetscher gebraucht habe und wie sehr Mr. Z unter meinen Wehen leiden musste. 🙂 Natürlich verrate ich Euch auch wie lang es am Ende gedauert hat und in welcher Disziplin ich von den Hebammen zur Weltmeisterin ernannt wurde.

 

Hier geht es zu:

Die Geburt – Teil 2

Der Name unserer Tochter

Der Konkurrenzkampf unter Müttern

Hilfe, ich werde Mama!

Der Schwangerschaftstest

Briefe an Liva.

8 Gedanken zu „Die Geburt – wenn alles anders kommt!

  • Dezember 13, 2017 um 8:55 pm
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    Herrlich!!!! Ich liebe deine Art zu lesen! Freue mich auf Teil 2!!

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    • Dezember 13, 2017 um 8:59 pm
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      Du bist aber schnell, der Text ist doch keine 10 Minuten online 🙂

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      • Dezember 13, 2017 um 9:15 pm
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        Bin halt fix!!!😂

        Ich bekomme dich ne Enail, wenn du was reinstellst. Und ich hab gerade noch was per E-Mail versendet. Da würde der Eingang abgerufen 👍

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  • Dezember 14, 2017 um 9:12 am
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    Ich habe Dein Bericht über den Verlauf gelesen und musste schmunzeln 🙂 7 Stunden im Krankenhaus ohne Untersuchung finde ich aber nicht in Ordnung !
    Ich hatte “Glück” bei der Geburt meines Sohnes, “nur” 3-3½ Stunden ging von Abfahrt zum Krankenhaus bis zum Geburt.
    Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung 🙂
    Wunderschöne Fotos von Dir und Zumba-Maus ( ich liebe diese Kosename) 😀
    Verzeih mein Grammatik, ich bin ja Däne und lang her ist dass ich Deutsch gelernt habe.

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    • Dezember 14, 2017 um 11:24 am
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      Vielen Dank meine Liebe. Du schreibst gutes Deutsch, man versteht alles super! 3 Stunden hätte ich auch gern genommen:-)

      Antworten
  • Dezember 14, 2017 um 9:06 pm
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    Oh wie spannend!
    Man schmunzelt und fiebert gleichzeitig etwas schmerzend mit!
    Ich freue mich sehr auf Teil 2!
    DANKE auch, dass du diese sehr persönlichen Fotos mit uns teilst! Wirklich besonderes Bildmaterial! ❤️

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    • Dezember 15, 2017 um 7:06 am
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      Jeder Kommentar meiner Schwester macht einen von mir überflüssig, da wir die selben Gedanken haben… ^^
      Ich bin sehr gespannt, wies weiter geht!
      Echt toll, dass du all das mit uns teilst!!!

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      • Dezember 15, 2017 um 8:55 am
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        Manchmal ist der Blog eine Art Tagenbuch. Ich liebe die Vorstellung, dass meine Erinnerungen und Gedanken hier festgeschrieben sind. Auch wenn die nächsten Jahre mal etwas verloren geht, hier kann ich es nachlesen. UND hier haben so viele schon ähnliches oder das Gleiche erlebt. Deshalb macht es so Spaß sich auszutauschen und auch Euch an das Erlebte zu erinnern. ♡

        Antworten

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