Die Geburt-wenn alles anders kommt! (2)

 

Falscher Stolz bringt gar nichts.

Im ersten Teil zum Thema Geburt habe ich Euch ja bereits beschrieben, dass die Entbindung weit weg von meiner Idealvorstellung war. Meine Traumgeburt war allerdings auch sehr blumig und eher naives Wunschdenken. Aber woher soll man schon wissen was einem wirklich erwartet, wenn man das erste Kind bekommt. Ich wusste nur, dass ich keine Angst haben muss und ich dachte, dass ich richtig gut bin im Schmerzen wegstecken. Darum habe ich mich auf die Geburt gefreut und auf die neue Erfahrung. Die Aufgabe für den Körper und die Psyche, ich wollte es einfach gut, stark und richtig machen. Natürlich auch deshalb, weil Mr. Z, der Papa in Spe, dabei war. Er sollte eine starke Baldmami sehen, vielleicht der erste Denkfehler den ich vorher hatte, denn darum geht es nicht. Stark sein ist sicher nicht verkehrt aber eine perfekte und souveräne Geburt war spätestens nach Ankunft im Krankenhaus nicht mehr mein Ziel. Gott tat das abartig weh! Ich kann den Schmerz mit nichts vergleichen er war fremd und so unangenehm. Durch die länge der Geburt hat er mich immer mehr zermürbt, das hätte ich vorher nie gedacht.

Nach den ersten 7 Stunden Wehen hatte ich im Krankenhaus vermehrt damit zutun die richtige Position für mich zu finden. Eine Position, die die Schmerzen erträglich macht und mir helfen sollte die Wehen wegzuatmen. Ich habe JEDE Position und jeden nett gemeinten Vorschlag der Hebamme gehasst! Liegen hat genervt, stehen hat genervt, auf allen vieren hat mich noch mehr genervt. Also ab unter die Dusche, durch die Übungswehen in der Schwangerschaft wusste ich wie gut warmes Wasser tut. Aber leider waren die Übungswehen ein schlechter Scherz gegen die Geburtswehen. In den Wehenpausen war das warme Wasser tatsächlich sehr angenehm aber als die Wehe kam, hat das Wasser – genervt 🙂 Ich habe den Duschkopf durch das Badezimmer gefeuert und war wirklich – genervt. Wieso tat das denn so unglaublich weh und warum war ich nicht so schmerzunempfindlich wie ich dachte? Der nächste Vorschlag der Hebamme: Lachgas! JA, ihr habt richtig gehört. Ich weiß nicht wie es in Deutschland ist aber ich wusste nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. In Dänemark scheinen viele werdende Mütter diese Möglichkeit zu nutzen. Es war mittlerweile Mitternacht (Wehenstart war 16 Uhr) und ich war bereit alles zu versuchen, es sollte einfach nur etwas weniger wehtun. Also Maske auf Nase und Mund und tiiief einatmen. In meiner Vorstellung war Lachgas etwas witziges, vielleicht ein bisschen wie bekifft sein. Obwohl ich natürlich nicht weiß wie das ist. 🙂 Jedenfalls war die Wirkung für mich total enttäuschend. Wenn man zu wenig von dem Gas eingeatmet hat, hatte es nahezu keinen Effekt, wenn ich allerdings zu viel davon nahm wurden meine Lippen taub und ich habe mich wie besoffen gefühlt. Alles hat sich gedreht und ich hatte das Gefühl, dass ich zu wenig Sauerstoff bekomme. Ich habe es dennoch ein paar mal versucht aber ihr wisst ja, es hat GENERVT!

Ich war jetzt an einem Punkt angelangt an dem es einfach nicht mehr ging. Und ich glaube spätestens ab jetzt wurde es auch für meinen Mr. Z schwer. Ich habe ihn bei jeder Wehe angefleht: ” Mach bitte das es aufhört!” Wenn ich jetzt im Nachhinein an seine schönen brauen Augen und seinen hilflosen Blick denke könnte ich heulen. Er wollte mir so gern helfen, war eine super Unterstützung aber ab einem gewissen Punkt können die Papas in Spe eben nicht helfen. Die Hebamme ließ uns wissen, dass es noch immer Stunden dauern würde und ich wollte endlich etwas Schmerzlinderung oder pressen, zumindest irgendeinen Fortschritt. Es sah aber nicht danach aus, der Muttermund war erst 6 cm geöffnet. Und die Wehen waren in gefühlten Sekundenabständen. Die Hebamme hat uns dann die PDA nahegelegt bzw. vorgeschlagen. Wie ihr wisst wollte ich das nicht, vor der Geburt hätte ich mich immer dagegen entschieden. Auch Mr. Z hat geantwortet: “Das wollen wir eigentlich nicht.” DOCH, ich wollte es, ich konnte nicht mehr. Ich hatte keine Lust und keine Kraft mehr für falschen Stolz. Ich wusste, dass ich es ohne PDA nicht mehr länger durchhalte. Jetzt im Nachhinein frage ich mich manchmal, ob es wirklich keinen anderen Weg gegeben hätte. Ich weiß, dass es schwer war und weh tat aber das Ausmaß der Schmerzen verschwimmt mit jeder Woche. Es gab am Tag der Geburt, zu diesem Zeitpunkt, einfach keine bessere Entscheidung. Es hat gefühlt ewig gedauert bis die Anästhesistin endlich da war. Ich wurde dann ewig über die Gefahren aufgeklärt, natürlich auf Englisch. Mittlerweile war ich aber so genervt und fertig, dass ich mir alles von Mr. Z übersetzen ließ. Er wurde für den Rest der Geburt zu meinem Dolmetscher. Ich habe auf Deutsch “Befehle” gegeben und Fragen gestellt und er hat die Information auf Englisch weitergegeben. Natürlich habe ich alles verstanden, auch auf Englisch aber irgendwie haben mich die Schmerzen etwas bockig und genervt werden lassen. 🙂 Ich glaube es gab 2 Sätze, die ich immer wieder wiederholt habe: “Mach das es aufhört!” und “Frag, wie lange es noch dauert!” 🙂 Die armen Hebammen, der arme Mr. Z! Es kam also wirklich so, die PDA wurde vorbereitet und sollte endlich Linderung und vor allem Fortschritt bringen!

Im 3. Teil lest ihr dann was die PDA gebracht hat, wann ich endlich in meiner Königsdisziplin Weltmeisterin wurde, ob Mr. Z den Kreißsaal unversehrt verlassen hat, warum ich Hebammen bewundere, wann die kleine Liva endlich das Licht der Welt erblickte und wem sie ähnlich sieht.

 

Hier geht es zu:

Die Geburt – wenn alles anders kommt! Teil 3

Die Geburt – wenn alles anders kommt! Teil 1

Meine Traumgeburt – Ohne Angst.

Der Name unserer Tochter.

Hilfe, ich werde Mama!

 

 

11 Gedanken zu „Die Geburt-wenn alles anders kommt! (2)

  • Januar 1, 2018 um 1:36 pm
    Permalink

    Nein!!!! Kein Teil 3!!!!! Ich mennoooo, war grad so spannend!!!

    Wehe, ich muss jetzt ewig warten!😘

    Antworten
    • Januar 1, 2018 um 2:20 pm
      Permalink

      🙂 sonst wird es doch so lang, wenn ich wieder ins Labern komme 🙂
      Ich versuche ihn zeitnah zu veröffentlichen. Ist dann auch der Letzte!

      Antworten
  • Januar 1, 2018 um 5:41 pm
    Permalink

    Wow immer wieder erschreckend schön…eigentlich.Ich spüre den Schmerz und dieses hilflose Gefühl als wäre es gestern erst gewesen .Wobei es beinuns 14 Jahre her ist….Vielleicht ein Grund warum es bei einem Kind geblieben ist wobei noch Kinder Liebe …Bin gespannt kauf den nächsten Teil .

    Antworten
  • Januar 1, 2018 um 9:23 pm
    Permalink

    Liebe Kristina.
    Man kann sich einfach die Schmerzen von eine Geburt nicht vorstellen. Man glaubt man hat eine Ahnung, aber wenn der Geburt im Gange ist wird man klüger.
    Ich habe “nur” einen Sohn (36), und ich habe Frauen sagen “nie wieder” nach eine Geburt. Doch 2-4 Jahre später haben sie die Schmerzen vergessen und bekommen noch ein Kind 🙂

    Antworten
    • Januar 1, 2018 um 10:02 pm
      Permalink

      So sehe ich es auch. Bei mir ist es erst 4 Wochen her aber die Geburt an sich ist für mich kein Grund für ein Einzelkind 🙂

      Antworten
      • Januar 4, 2018 um 10:44 am
        Permalink

        Wer schon einmal eine Geburt hatte, kann ja auch manchmal leichter durch die zweite Geburt durchkommen 🙂

        Antworten
  • Januar 4, 2018 um 2:11 pm
    Permalink

    Ich hab schon so gespannt auf Teil 2 gewartet und jetzt kommt noch Teil 3 🙈🙉🙊
    Bitte zeitnah 😉😁🤗
    Denn ab Anfang Februar kommt unsere kleine Maus und ich möchte so gerne wissen, wie es weiter geht 😊

    Antworten
    • Januar 4, 2018 um 4:12 pm
      Permalink

      Bis dahin schaffe ich es 🙂
      Wie spannend, halte mich auf den Laufenden und lass mich wissen wie es bei dir war!

      Antworten
  • Januar 6, 2018 um 11:02 am
    Permalink

    Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich bei der Geburt meiner Enkelin dabei war und es hat genau so stattgefunden – ganz genau so. 🙂 Mr. R rief mich 13:00 Uhr an (meine Tochter war ab 8:00 Uhr in der Klinik zur Einleitung ): “Mama bitte komm, ich kann der Baldmama nicht mehr helfen!”. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir nicht einmal, dass es noch bis zum nächsten Morgen 4:00 Uhr dauern wird. Und dann lief alles genau so ab , wie bei Euch. Im Nachhinein schmunzel ich.

    Antworten
    • Januar 6, 2018 um 1:00 pm
      Permalink

      So lang??? Oh Gott. Im Nachhinein ist alles halb so schlimm. Sehr gut gelöst von der Natur, sonst würde doch keiner freiwillig ein zweites bekommen 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow by Email
Facebook
Facebook
YouTube
YouTube
Instagram