Die Hochzeit: Der Antrag

 

 

“Wann fragt er denn endlich?”

Bevor ich Euch ausführlich von den Hochzeitsfeierlichkeiten berichte, schulde ich Euch seit über einem Jahr noch einen Text. Ich hatte versprochen vom Antrag zu berichten und natürlich halte ich mich daran. Da ich jetzt schon seit fast einem Monat eine Ehefrau bin, sollte das auch die letzte Chance sein, interessiert ja sonst keinen Menschen mehr. 🙂

Dass ich beim Thema Ehe und damit auch Antrag altmodisch bin hatte ich ja bereits erwähnt. Mr. Z wusste also, dass er mit einem 0-8-15 Heiratsantrag wie: “Lass mal heiraten!”, “Du, Kristina, die steuerlichen Vorteile wären echt enorm.”, “Meine Mutter sagt mit Kind muss man heiraten.” oder “Wollen wir den nächsten Schritt machen?” abtreten kann. Ich wusste also wie so oft was ich nicht wollte, aber wie unser perfekter Antrag aussehen würde, davon hatte ich keine Vorstellung. Zwei Sachen waren allerdings von vornherein klar: Mr. Z ist kein emotionsgeladenes Liebesmonster was permanent vor einer Romantikexplosion steht und ich hätte Mr. Z niemals  selbst fragen dürfen (da ist er altmodisch). Hätte ich gedurft, hätte die Hochzeit sicher drei Jahre eher stattgefunden. Ich war soweit als wir zusammen nach Dänemark gegangen sind. Für viele meiner Freunde war das mein ultimativer Liebesbeweis, immerhin habe ich alles und jeden in Deutschland zurückgelassen, um mit Mr. Z die Dänen aufzumischen. Ich denke auch er fand diesen Schritt gut, einen Ring bekommt man dafür aber offensichtlich noch nicht an den Finger gesteckt. Also haben wir uns erst einmal um die Familienplanung gekümmert und Mr. Z den dänischen Fußball neues Leben eingehaucht, eine gute Entscheidung. Liva, unsere Zumbamaus wurde dann im November 2017 geboren und sie war offensichtlich Grund genug über den nächsten Schritt in unserer Beziehung nachzudenken.

Ihr dürft raten, wie er mir den Antrag gemacht hat:

  • Im Fußballstadion, mit Mikro auf dem Rasen vor 20.000 Fußballfans
  • Ganz romantisch, bei Regen am Strand
  • Auf der Couch liegend mit Chips im Mundwinkel
  • Beim Wickeln unterm Weihnachtsbaum
  • Mit einem Ring im Po der Weihnachtsgans

Na, was denkt ihr?

Also drei Wochen nach der Geburt gab es bei uns keine Weihnachtsgans, dieser Antrag ist also raus. Die Idee mit der Chipstüte auf dem Sofa hätte definitiv nicht zu einem “JA” geführt. Wer Mr. Z ein bisschen besser kennt weiß auch, dass er den Antrag niemals in aller Öffentlichkeit gemacht hätte, wahrscheinlich wäre ich vor Scham im Boden versunken und im TV hätten alle Menschen dieser Welt mein knallrotes Fremdschamgesicht sehen können. Schreckliche Vorstellung. Beim Antrag war Liva dabei, allerdings nicht mit voller Windel unter dem Weihnachtsbaum, sondern am Strand. An unserem Meer, in ihrem Kinderwagen, ganz nah an meinem Steg. Einen passenderen und romantischeren Ort hätte sich Mr. Z nicht aussuchen können. Allerdings war der Antrag in Gefahr, die Stimmung drohte nämlich kurzzeitig zu kippen:

Wir sind in diesem Jahr, kurz nach Livas Geburt, zu Weihnachten nicht nach Hause gefahren, wir wollten unsere neue WG-Mitbewohnerin ganz in Ruhe begrüßen und genießen. Am heiligen Abend gegen Nachmittag hat mich Mr. Z zu einem kleinen Spaziergang überredet, obwohl das Wetter eher regnerisch war und die Dämmerung bereits eingesetzt hatte. Wir drei sind also noch einmal losgezogen und haben uns die Weihnachtsdeko, die Bäume der Dänen und die festlich familiäre Stimmung der Nachbarn durch die Fenster angeschaut. Ich liebe die Tatsache, dass die Dänen auf Gardinen verzichten. Auf dem Rückweg hatte Mr. Z dann die grandiose Idee am Strand entlang zu laufen. Meine Lust darauf hielt sich in Grenzen, man hat kaum noch etwas gesehen und mit Kinderwagen durch den Sand zu laufen kann wirklich beschwerlich sein. Was solls, es ist Weihnachten und der Ausflug schön, los geht es! Auf höhe unseres Hauses, also kurz vorm Ziel, bleibt Mr. Z plötzlich stehen und sagt: “Scheiße”. Währenddessen sucht er irgendetwas im Sand. “Was ist denn los?”, habe ich gefragt. Und Mr. Z sagt allen ernstes: “Ich habe den Haustürschlüssel verloren!” In diesem Moment war ich etwas genervt. 🙂 Es war kalt, es war regnerisch, es war Heilig Abend und wir standen mit unserer drei Wochen alten Tochter am Strand, ohne Haustürschlüssel. Ich denke das Weihnachtsfest war Schuld, dass ich ziemlich entspannt reagiert habe, die negativen Schwingungen dagegen dürften Mr. Z wie ein Blitz getroffen haben. Wir suchten also mit unseren Handy-Taschenlampen den Strand ab. Ich war in die Suche vertieft und froh, dass die kleine Maus im Wagen schlief. Als ich mich zu Mr. Z umdrehte, um zu schauen, ob er erfolgreich war, kniete er plötzlich vor mir. *schmeeeelllzzzz*

Auf ein paar wundervolle Worte und die Frage: “Möchtest du mich heiraten?” folgte dann ein toller Ring, ein paar Tränchen und ein sehr glückliches “JA!” Er hatte es tatsächlich geschafft den perfekten Antrag für uns abzuliefern, ein Traummann, dieser Mr. Z. Anderthalb Jahre danach standen wir vorm Altar und natürlich werde ich auch dieser Ereignis mit Euch teilen.

Ich freue mich wie immer auf Eure Kommentare und möchte natürlich wissen, was sich Eure Männer und mittlerweile vielleicht Ex-Männer beim Antrag haben einfallen lassen 🙂

Sehr hier noch einmal alle (kommenden) Themen: Zorniger oder Ahnert? Der Polterabend, Das Kleid, Das Ja-Wort, Die After-Wedding-Party und Flitterwochen ohne Baby.

Lest hier:

Wir heiraten!

Das verstehen nur Mütter!

Dänemark, das Land der Strafzettel.

3 Gedanken zu „Die Hochzeit: Der Antrag

  • Juli 1, 2019 um 3:58 pm
    Permalink

    So schön und romantisch – aber auch sehr einfallsreich von Mr.Z 😀

    Antworten
  • Juli 1, 2019 um 9:51 pm
    Permalink

    Kommentar von Judith via Facebook:
    “Dein Antrag war ja echt schön! 😍 Mein Mann (mittlerweile seit acht Jahren) hat mir damals auf einem Kurztrip nach Hamburg einen ganz romantischen Antrag gemacht. Wir haben uns das Musical „Dirty Dancing“ in der Neuen Flora angesehen und sind danach ins Hotel zurück. Und dort bei Sekt und Kerzenschein kam sein Antrag. Ich schmelze heute noch dahin. 💕💕💕”

    Antworten
  • Juli 3, 2019 um 10:05 am
    Permalink

    Kommentar von Sina via Facebook:
    “Mein Mann hat mir letztes Jahr einen schönen Antrag gemacht. Bei uns in der Nähe gibt es einen schönen See. Wir sind an jedem freien Tag hingefahren. An dem Tag sind wir dort Essen gegangen und danach spazieren. Und dann auf einer Lichtung zum See hin, hat er mir den Antrag gemacht. Jetzt sind wir seit 2 Monaten verheiratet.❤”

    Antworten

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