Ossi liebt Wessi!

 

 

1000 Gründe, dass man sich nie begegnet.

Letztes Jahr, am 03. Oktober, hat meine Schwiegermama etwas wunderschönes am Telefon zu mir gesagt. Ehrlich gesagt hatte ich selbst noch nie daran gedacht. Sie sagte: “Der Mauerfall ist das Beste, was uns passieren konnte.” Damit wollte sie weder eine politische Grundsatzdiskussion anfangen, noch über die geschichtlichen Ereignisse dieses Tages sprechen. Sie wollte mir einfach nur sagen, dass sie sich freut. Sie freut sich darüber, dass sich ihr schwäbischer Sohn und die sächsische Schwiegertochter gefunden haben und nun ein “Ost/West Mischlingskind” zusammen haben. Was für ein schöner Gedanke. Grund genug zu realisieren wie gering die Chance war, dass ich meinen Mr. Z finde und mit ihm zusammen sein darf, mal ganz abgesehen vom Mauerfall.

Für alle die nicht auf Schnulzen stehen: Bitte JETZT den Text schließen 🙂

Würde man alle Entwicklungen, Zufälle, Schicksalschläge und Lebenssituationen aufzählen die nötig sind, um den richtigen Partner zu finden, würde man aufhören nach ihm/ihr zu suchen, bevor man begonnen hat. Ein schwäbischer Fußballtrainer kommt beruflich nach Leipzig, er kommt als Single, hat noch keine Familie, obwohl das vom Alter her nicht verwunderlich wäre. Es braucht eben auch die richtige Zeit und den richtigen Ort. Eine sächsische Journalistin steht kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim MDR in Dresden, plötzlich wechselt der Chef und es kommt nie zur finalen Unterschrift. Schicksal? Wahrscheinlich, denn danach geht es nach Leipzig zur LVZ (www.lvz.de). Perfektes Timing denn dort wird eine Moderatorin für ein Fußball Magazin (Sportbuzzer Magazin Video) gesucht. Eines schönen Tages beim Interview stehen sie also voreinander, die Ostfrau und der Schwab, der Rest ist Geschichte und strampelt in meinem Bauch.

Nur, um das Ost/West Thema nochmal kurz aufzugreifen. Ich hoffe, dass unsere Liva hochdeutsch spricht. Die Mischung aus schwäbisch und sächsisch muss fatal sein. 🙂 Selbst bei uns gibt es nach knapp 4 Jahren noch immer Verständigungprobleme. Ich möchte einen Wiegebraten machen, der Herr schreit nach Leberkäs. Ich bitte ihn um die Kuscheldecke und bekomme den Teppich. Wenn ich “ojja” sage, um etwas zu bekräftigen, bekomme ich einen strengen Blick mit den Worten: Das Wort gibt es gar nicht. Stimmt! Aber wenn es im Ländle mal wieder “geschnien” hat oder er eine Warumfrage mit “Na weil” beantwortet, packe ich auch nicht mehr jedes Mal den Klugscheißerhammer aus. Ich liebe meinen schwäbischen Schwab und trotzdem wird meine Tochter nach Wiegebraten, Soljanka und Würzfleisch fragen, auch wenn der Papa dann wieder den Wessi raushängen lässt. 🙂 Er weiß schleißlich nicht mal, was ein Essenkehrer ist! Meine Familie und meine Schwiegerfamilie arbeiten übrigens noch immer an einer gemeinsamen Sprache. Manchmal sind der Osten und der Westen eben doch weeeit auseinander…

Zurück zur Partnersuche und der Liebe. Wie viel Glück ist nötig, um den Partner seiner Träume zu finden und was wäre, wenn man nur eine Entscheidung anders getroffen hätte?

-Heute gehe ich doch nicht in die Disko. Nein, ich möchte nicht umziehen. Ein neues Jobangebot? Oder: Na gut, dann versuchen wir es mal zusammen, kommt sicher nichts besseres.-

Jede dieser unzähligen Entscheidungen und auch ganz normale Alltagsentscheidung  (Wo gehe ich einkaufen und wann?) beeinflussen auch zahlreiche andere Leben. Wäre ich noch mit meinem Exfreund zusammen, hätte er jetzt kein Kind mit seiner neuen Freundin. Wäre ich nicht nach Leipzig gegangen… Manche Entscheidungen verändern eben alles. Das Leben ist so aufregend und ich liebe solche Geschichten. Erzählt mir bitte von Euch! Wie und wo habt ihr die Liebe gefunden und wie viele Zufälle waren dafür nötig? Ich bin so gespannt. Solche Liebesgeschichten sind Balsam für Herz und Seele.

PS: Für alle die den richtigen Ossi oder Wessi oder Dänen oder was auch immer noch nicht gefunden haben: Niemand bleibt allein, ich sehe es in meinem Freundeskreis!

PS2: Wir werden bald heiraten, aber eine Sache werde ich nie akzeptieren: Wenn Mr. Z von “Mittag” spricht, meint er eine Zeitspanne von 12 bis 17 Uhr. Das Wort “Nachmmitag” gibt es wohl, verstaubt aber.

Hier lest ihr:

Die Geburt unserer Tochter –  Wenn alles anders kommt.

Emanze mit Kinderwagen

Das verstehen nur Mütter!

 

11 Gedanken zu „Ossi liebt Wessi!

  • Oktober 4, 2017 um 3:23 pm
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    Du hast ja soooo recht meine liebe Kristina!!!!
    Es waren so viele Zufälle und vermeintlich falsche Entscheidungen notwendig, um heute hier zu stehen 🙂
    Hätte ich mich nicht von meinem damaligen Freund getrennt, hätte mich nie die “Party-Wut” überfallen und ich wäre beim tanzen durch die Clubs nie meinem Erfurter begegnet und wäre der Typ, mit dem ich damals durch die Clubs gezogen bin, nicht so ein Arsch gewesen, hätte ich wohl auch nie mit meinem Erfurter gesprochen 🙂
    Man sagt ja: Eine Komödie ist eine Tragödie + Zeit…dann sind Gute Entscheidungen vielleicht oft auch nur schlechte Entscheidungen + Zeit 🙂

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    • Oktober 4, 2017 um 3:30 pm
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      🙂 Danke für den tollen Kommentar. Du siehst sehr sehr glücklich aus auf Euren Bildern.

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  • Oktober 4, 2017 um 9:41 pm
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    Meine Liebe! Es ist bei uns ähnlich. Ossitante und Besserwessi 😂 Eure und unsere Familien stellen dann irgendwie die richtige Wiedervereinigung dar! Prost!🥂

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  • Oktober 5, 2017 um 12:01 am
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    Ladys and Gentleman,

    wie in einem vorigen Post von dir bereits, erwähnt, traf ich meine Frau im beliebten SAT.1 SMS Chat. Nach einem merkwürdigen Abend war mir langweilig und meiner Frau wohl auch. Eine Woche schrieben wir uns minütlich. Als meine Finger zu schmerzen begannen, bestieg ich einen Zug nach Hamburg. Erstes Treffen vor dem Restaurant „Zur goldenen Möwe“. Fernsehturm, Planten und Blomen und ein Picknick später, wussten wir das wir uns wieder sehen müssen. Eine Woche später, gemeinsames WE auf Fehmarn. Gefolgt von einer Woche bei mir in Nürnberg. Ein Jahr lang wöchentliche Zugreisen zu Ihr an die Ostsee. Heute? Laufen hier 5 wunderbare Kids durchs Haus und schauen verständnislos beim Einwand das es sie ohne den 3.10. nicht geben würde. SMS gibt es nicht mehr aber ich werde immer noch doof angeschaut wenn ich auf die Frage nach der Uhrzeit mit „Dreiviertel Zwölf“ antworte. Mein kurzes Gastspiel in Nürnberg konnte meine Herkunft auch nicht vertreiben. Viele Grüße vom norddeutschen Ossi.
    #nordischbyneetschoure 🙃

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  • Oktober 5, 2017 um 8:18 pm
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    Liebe Kristina,

    Ich musste sooooo schmunzeln 😀 ich bin zwar nicht aus Sachsen, aber aus Sachsen-Anhalt und mein Mann…na rate mal ;-))) genau en Schwoab 😀 ich wohne aber nun schon 14 Jahre hier in Schwaben und habe eher selten noch Probleme zumindest die hiesigen Schwaben zu verstehen (Nähe Neu-Ulm) und unsere Kinder: sprechen Hochdeutsch! *lach* also die 11 jährige fast perfekt (natürlich kommen mal das ein oder andere ossische “neee” oder schwäbische “gell?” ) bei der noch nicht ganz 3-jährigen ist bisher kein Dialekt zu hören.
    Wir haben uns übers Internet kennengelernt, also auch mit viel Zufall und Schicksal 🙂

    Ich wünsch euch beiden/dreien alles gute und das Baby überlebt es, wenn es nicht schwäbisch spricht :-DDD
    Und habt viel Spaß im schwobaländle

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    • Oktober 5, 2017 um 10:20 pm
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      Du machst mir Hoffnung 🙂
      Ich liebe das Schwäbische auch aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist einen Dialekt abzulegen, wenn man es beruflich muss/sollte. Deshalb wünsche ich unserer Tochter hochdeutsch und dann darf sie gern auch mal ein störrisches NOI in die Runde werfen, wenn sie etwas nicht will. 😀

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  • Oktober 8, 2017 um 5:37 pm
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    Der Vater meiner beiden wundervollen Kinder war im Jahr des Sommermärchens mein absoluter Schwarm.
    Bis heute haben wir nicht ergründet, warum damals nix aus uns wurde.
    Eine Ehe bei ihm und eine mich völlig pleite machende Beziehung und insgesamt ganze 8 vergangene Jahre später, klingelte eines Sonntag morgens mein Handy. Noch im Rausch des Vorabends ging ich verpeilt neben einer guten fr unein liegend ran.
    Zu unserem 1-Jährigen war unser Sohn dann 10 Tage alt. Mittlerweile sind wir zu viert, sanieren ein über 250 Jahre altes Haus eines kompletten 4 Seiten Hofs und sind unglaublich dankbar für jeden Umweg, den wir gegangen sind, um genau dahin zu kommen, wo wir jetzt stehen!
    Ich kann ehrlich sagen: Niemals zuvor war ich zufriedener!!!
    DANKE!

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    • Oktober 8, 2017 um 10:03 pm
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      Klingt toll und vor allem als ob es so sein sollte. ♡

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  • Oktober 2, 2018 um 1:24 pm
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    Jennifer via Facebook:

    “bei uns genauso 😊😁
    Wir haben zwar sogar in der gleichen Stadt gewohnt aber mussten uns auch erst über ne Datingplattform kennenlernen 😀
    Und ‘damals’ hätte keiner von uns beiden gedacht, dass es nun nach über 4 Jahren so ist wie es ist 😊😍

    Und auch nach dieser Zeit gibt es immer noch die Sprachprobleme zwischen dem Ossimädel und dem waschechten Franggen 😋😂 das fängt beim Pfannkuchen an und geht über den Brotkanten und viele andere Dinge.
    Aber eins muss man ihm lassen: Uhr lesen kann er ;)”

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  • Oktober 2, 2018 um 2:32 pm
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    Constanze:
    “Bei uns sind es jetzt bald 10 Jahre und so langsam passt man sich auch sprachlich einander an. Allerdings muss mein Mann beim Pfannkuchen immer fragen, ob ich jetzt den Berliner oder den Eierkuchen meine, da ich mittlerweile das Wort Pfannkuchen für beides benutze… 🙈”

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