Darum verzichte ich auf Brot – Teil 2

 

 

Wie aus der Umstellung eine Einstellung wurde.

Im ersten Teil  habe ich euch ja bereits berichtet, wie es zu meiner Ernährungsumstellung kam. Hier nun wie versprochen ein paar Gründe dafür, dass ich auf meine geliebten Brötchen verzichte. Der Erfolg besteht bei mir darin, dass ich keine Cellulite mehr habe, fitter bin und meinen kleinen Bauch losbekommen habe. Dieser war mit Sport allein nicht wegzubekommen. Inhaber und Personal Trainer des Fitnessstudios Fitlab in Stuttgart Daniel erklärt uns, warum man um Brot und Brötchen einen großen Bogen machen sollte:

Warum soll Brot ungesund sein, wenn es die Menschen schon so lang essen?

“Das, was unsere Großeltern als Brot gemacht haben, hat nichts mehr mit dem zutun, was du heute als Brotkuchen oder Gebäck, im weitläufigem Sinne, bekommst. Dies ist ohne böse Absichten geschehen. Es ist dem Umstand der Optimierung geschuldet. ”

Was genau wirft unseren Körper dabei aus dem Gleichgewicht?

“Wir haben ein Ungleichgewicht im Körper von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren und wir nehmen über das Brot, Nudeln und vor allem durch Produkte die wir nicht mit Brot (Gluten) verbinden zu viel Omega 6 zu uns. Mit diesem Überangebot an Omega 6 fängt der Körper leider nicht viel an, die Zellen (deren Membrane sollte aus Omega 3 bestehen) verkleben. Der Körper kann das nicht verarbeiten und deshalb gibt es dann Beulen und Dellen an Stellen, wo man sie nicht haben will (Cellulite).

Was passiert abgesehen von einer unschönen Figur?

“Man ist träger und müde. Im Brot ist Gluten und im Gluten vom Weizen ist Gliadin und dieses hat einen Einfluss auf die Darmscheidewand. Das Gluten stimuliert Zonulin, somit wird der Darm durchlässig. Daraufhin  gelangt unverdauter Speisebrei in den Blutkreislauf (Leaky Gut Syndrom). Dein Körper wird daraufhin Antikörper bilden und das macht krank. Es gibt immer Menschen die glimpflich davon kommen, die sagen dann: Ich habe kein Problem mit Brot, ich habe einfach nur etwas Cellulite oder einen kleinen Bauch. Aber es gibt auch Leute, wie ich zum Beispiel, die deshalb jahrelang Probleme mit Magenschmerzen hatten.”

Wie bist du dann darauf gekommen, dass es am Weizen liegt?

“Ich hatte das Glück im Unglück, dass ich eine Magen-Darm-Grippe bekommen habe. Dadurch habe ich alles weggelassen. So habe ich gemerkt, dass durch das Weglassen etwas mit meinem Körper passiert. Ich hatte sämtliche Arzttests, von Glutenunverträglichkeitestest bis Magenspiegelung, bis Kernspintomografie und sämtliche Blut- und Körperflüssigkeitentests, es kam aber nie etwas dabei raus. Beim Weglassen von Weizen dagegen hatte ich Erfolge.”

Was ist mit dem Weizen passiert, dass ihn unser Körper heute nicht mehr verarbeiten kann?

“Was wir heute haben heißt Zwergweizen. Das ist eine ganz kleine Weizenart, es gibt nicht mehr diesen hohen Weizen von damals. Er ist viel kleiner und robuster gemacht, diesen Effekt hat man durch das Kreuzen erreicht. Wir reden da aber nicht davon, dass man genveränderte Lebensmittel hat. Du sagst ja auch nicht zu einem Retriever, dass das ein genveränderter Hund ist, nur weil er aus zwei Rassen gezüchtet wurde. Das Gleiche hat man aber mit dem Weizen auch gemacht. Es wurden die besten Merkmale gekreuzt: Robustheit, Sonnenunempfinglichkeit, schnelles Wachstum und so weiter. Jeder hat dabei immer nur auf die vermeintlich positiven Aspekte geschaut und keiner hat darauf geachtet, was sich parallel negativ entwickelt hat. Heute ist es nun so, auch wenn die Zahlen auseinander gehen, dass du mit jedem Bissen Brot, den du isst, 25-50 Mal mehr Gluten aufnimmst als noch vor 25 Jahren. Das ist halt einfach ein Überangebot. Wir merken es bei unseren Kunden im Studio, wie viel man schon durch weglassen von bestimmten Sachen erreichen kann. Deutliche Verbesserungen bei Magenschmerzen, Hautausschläge, Diabetes, Durchfall und Haarausfall.”

Haben die Bäcker eine Wahl anderes Getreide zu nehmen, gesünderes Brot zu backen?

“Meines Wissens nach bleibt den Bäckern keine Möglichkeit. Es ist egal, ob du ein Bio-Brötchen hast oder ein Weizenbrötchen von einer riesen großen Kette, von der man ja weiß, dass sie sehr günstig produziert. Das Problem ist ja nicht die Aufzucht sondern das, was ich in den Boden stecke. Wenn da natürlich schon der Wurm drin ist, ist es auch egal, was ich dann noch mit den Brötchen mache. Das Saatgut gibt es von ein paar großen Anbietern.”

Es handelt sich bei diesen Dingen um belegbare Fakten, warum bleiben dennoch so viele Menschen dem Brot treu?

“Ich sehe das bei uns im Studio ganz oft. Die Bereitschaft der Leute etwas zu addieren, Medizin von Arzt oder Heilpraktikern, ist größer, als zu subtrahieren. Ich nehme gern ein Medikament gegen etwas, anstatt ich mein geliebtes Brot weglasse. Diese Gepflogenheiten: Ich muss morgens zum Bäcker gehen, brauche meine Käselaugenstange und meinen Kakao. Da macht es auch keinen Unterschied, wenn ich ein Sonnenblumenvielkornbrötchen mit Frischkäse und dazu einen schwarzen Kaffee nehme, nur dass ich dann das Schlechte nicht bewusst zu mir nehme. Aber die Realität ist einfach, dass man heute schon mit dem Frühstück, unbewusst, über 13 Löffel Zucker zu sich nimmt, was dann wieder eine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel hat.” (An dieser Stelle sind wir kurz beim Thema Zucker hängen geblieben, dazu wird es aber einen einzelnen Text geben.)

Wie lang dauert die Umstellung für Körper und Kopf, wenn man sich dafür entscheidet auf bestimmte Dinge zu verzichten?

“Wenn ich mich über Jahre falsch ernährt habe, darf ich nicht denken, dass die Umstellung, gerade vom Kopf, schnell vonstatten geht. Ich dokumentiere da viel, damit ich einen Querschnitt von unseren Kunden habe. Die Leute sagen oft: Ich habe da so einen Heißhunger, wann hört das auf? Und der Kopf braucht mindestens 66 Tage. Gerade bei Zucker, der oft als Belohnung gesehen wird, ist es ganz schwierig dagegen anzukämpfen. Das hat nicht mal unbedingt etwas mit dem eigenen Willen zutun. Wenn du versuchst gegen deine eigene Biochemie anzukämpfen, hast du einfach kaum eine Chance.”

Kann man sagen “Weniger ist mehr” oder eher “Ganz oder gar nicht”?

“Es ist immer alles besser als der aktuelle Ist-Zustand.”


Soviel also zum Thema Brot 🙂 Mittlerweile fällt es mir im Alltag überhaupt nicht mehr schwer darauf zu verzichten. Sehr zum Leidwesen von Mr. Z. Wenn er Brötchen essen möchte, muss er sich welche kaufen, ich mache es nicht und habe auch nie welche im Haus. Der arme Kerl. Die einzige Ausnahme, die ich mir bei meinen Besuchen in der Heimat gönne, sind die Brötchen der dorfeigenen Bäckerei “Richter”. Die sind unglaublich und ich bin zum Glück nicht so oft in Langenreinsdorf, dass ich ständig in Versuchung kommen würde. Durch meine Zeit in Stuttgart und durch meine Trainer Julia und Daniel hat sich mein Körper absolut zum Positivem verändert. Ich war seit knapp 2 Jahren nicht erkältet (was aber auch an meinem massivem Ingwerkonsum liegen kann, aber auch dazu in einem anderen Text mehr 🙂 ), mochte meinen Körper nie mehr als jetzt (und ich habe im Januar die böse 30 Grenze übersprungen), bin fit durch das Training, schlafe besser und friere nicht mehr ständig. Die Umstellung war wirklich das Grauen und auch die Motivation weiterhin fleißig zu trainieren, fehlt mir an manchen Tagen aber das Ergebnis motiviert mich extrem und ich möchte, dass mein Körper so bleibt, wie er jetzt ist. Gesundes Essen und Sport in den Alltag einzubringen fällt vielen nicht leicht, für die eigene Gesundheit sollte das aber machbar sein. Ich kann euch nur berichten, dass ich es auch zu meinen Zeiten beim Daimler immer geschafft habe abends zu trainieren oder frisch zu kochen. Wie es mit Kindern ist oder im Schichtdienst, kann ich euch noch nicht sagen, ich kann mir aber vorstellen, dass es dadurch noch einmal deutlich schwerer wird. Aber Kleinigkeiten kann jeder ändern und das wäre ein wichtiger Anfang.

Nachdem ich euch im ersten Teil bereits meine Tipps für ein gesundes Frühstück gegeben habe, hier noch zwei tolle Rezepte zum Selbermachen für den Abend:

Mein absoluter Lieblingssalat, damit wird jeder satt und glücklich 🙂 : http://kristinavomdorf.com/de/food/salato-grosso

Und meine “Reispfanne Surf and Turf”, die man aber auch nur mit Hühnchen oder Schwein machen kann: http://kristinavomdorf.com/de/food/surf-and-turf

Weitere tolle Rezepte findet ihr unter der Kategorie “Food”: http://kristinavomdorf.com/de/category/food

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