Kindergärten zu – Hilfe ich habe Kinder!

So beschäftige ich meine Kleinkinder in Zeiten von Corona.

Die Kindergärten in Dänemark sind nun bereits zwei Wochen geschlossen. Ich möchte ehrlich sein: Als die E-Mail kam, dass die Krippe unserer zweijährigen Tochter wegen des Corona Virus schließen würde, war ich alles andere als begeistert. Zusammen mit unserem 4 Monate alten Sohn sind schon die Wochenenden sehr belebt, wenn ich beide Kinder 24 Stunden am Stück bei mir habe. Jetzt zwei Wochen später kann ich sagen: Es ist schön und viel leichter als ich dachte. Ganz ohne Wochenplan oder große Vorbereitungen kommen wir durch jeden Tag und genießen die Zeit sehr. Was wir machen? Alles, und das schön langsam. 🙂

Natürlich kommt es auch immer auf das Alter der Kinder an, ich muss meine Tochter zum Beispiel nicht Zuhause unterrichten. Bei uns ist es eine gute Mischung aus Bespaßung und Alltag. Am Vormittag machen die Kids das was wir machen: aufräumen, saugen, Wäsche waschen oder Liva spielt selbstständig. Sie kommt dann ab uns zu mit ihrem selbstgekochten Essen aus der Kinderküche zu mir und fragt was ich mache. Probieren und bestellen muss ich dann natürlich auch immer. Nebenbei rennt sie an ihrem Bruder vorbei und gibt ihm einen fetten Kuss auf die Stirn. Das Mittagessen bereiten wir dann zusammen vor und das Highlight des Tages ist für mich der gemeinsame Mittagsschlaf, den haben wir jetzt jeden Tag. Zwei Stunden Liva-Kuscheln, ein Traum. Der Nachmittag gehört dann Liva und der Natur. Wir gehen raus in den Garten, malen auf den Fußweg oder schaukeln beim Nachbarn. Außerdem finden bei uns jeden Tag die Kegel-Weltmeisterschaften statt, Mr. Z, mein Ehemann, liegt hinten! 🙂 Ich glaube es ist gerade ein absoluter Luxus einen Garten zu haben. Nur in der Wohnung zu sitzen wäre schrecklich.

Natürlich können wir uns auch ohne Probleme im Haus beschäftigen, wenn das Wetter schlecht ist. Wir basteln, malen, singen und spielen. Wenn mir selbst nichts kreatives einfällt, helfen mir Instagram, Facebook und Co ganz sicher weiter. Es gibt so viele tolle und einfache Sachen, die man nachbasteln kann. Ich bin wirklich eine schreckliche Zeichnerin, aber dort findet ganz sicher jeder was! Aber natürlich ist es ein Riesenbonus, wenn man vor die Tür kann. Ein Spaziergang mit gesundem Sicherheitsabstand ist natürlich auch immer möglich. Außerdem haben Kresse gepflanzt und den Balkon aufgeräumt. Liva ist mit ihrer Mini-Bürste und Spielzeug-Gießkanne ganz vorn mit dabei.

Liva vermisst die Krippe und ihre Freunde immer mehr. Sie fragt oft, wann sie wieder gehen kann. Deshalb haben wir Fotos mit ihren Krippen-Kumpels ausgedruckt und angeschaut, zack war wieder eine Stunde vorbei. Das gleiche könnte man natürlich auch mit Bildern von Familienmitgliedern machen. Ohne Videoanrufe wären wir zur Zeit aufgeschmissen und die Großeltern sehr sehr traurig. Ich glaube je weniger man plant, desto besser vergeht der Tag. Wir haben großes Glück, dass sie alles mitmacht und auch Baby-William sehr entspannt ist und noch viel schläft. Ich fühle übrigens auch mit allen Mamis mit, die allein Zuhause sind. Mr. Z war in den letzten Wochen oft krank und ich mit den Mäusen allein. In dieser Zeit bist du nichts als Mama, 24 Stunden am Tag. Aber wie wir wissen sind Frauen furchtbar stark, die schaffen das, auch allein, auch über Wochen, wenn es sein muss!

Ich komme beim Kochen manchmal an meine Grenzen. Gerade das Mittagessen ist eine Herausforderung. Ich probiere jetzt ab und zu neue Rezepte für Kinder aus. Wenn ich jeden Tag Nuggets und Nudeln mache, habe ich Angst, dass das Jugendamt irgendwann klingelt. 🙂 Gestern gab es also Gemüse-Puffer. Die gab es für Mr. Z und mich, Liva fand sie schrecklich. Nie wieder mache ich die Dinger! Eine Hausfrau werde ich ganz sicher nicht mehr. Ich koche weil ich muss, nicht weil ich es mag. Ich liebe es Obstplatten oder kleine Snacks für Besucher vorzubereiten. Aber dieses Überlebensfutter, 3 Mal am Tag ist überhaupt nicht meins. Aber ich werde besser, hoffe ich. Spannend wird es dann, wenn William in 2 Monaten Brei möchte, bis dahin hat die Krippe hoffentlich wieder auf 🙂

Aber eine Frage bleibt: Was würde ich ohne Kinder in der jetzigen Situation machen? Ich würde lesen, Filme schauen, laaange schlafen und so wenig wie möglich machen. Und natürlich würde ich viel mehr schreiben. Ich würde die Zeit für ein drittes Buch nutzen und würde viel mehr Beitrage auf meinen Blog stellen. Ich habe es noch nicht mal geschafft meinen Geburtstext (die Geburt war im November) zu veröffentlichen. Ein Kleinkind und ein Baby halten einen eben immer bei Laune und vor allem ab vom Arbeiten, auch ohne Corona Quarantäne 🙂 Wir sind jetzt über zwei Wochen Zuhause und machen jeden Tag ein Foto für Instagram (Corona-Hygge), dort können wir dann am Ende dieser verrückten Zeit sehen, was wir alles gemacht haben. Wenn es noch ein bisschen dauert, dann wird es vermutlich ein ganzes Fotoalbum. Ihr könnt unsere “Coronahygge”-Bilder über dem Text sehen.

Mein Fazit ist: Corona mit Kleinkindern ist, was ich draus mache. Unterschätze Eure Mäuse nicht, sie haben an den einfachsten Dingen Spaß solang sie mitmachen und sich ausprobieren dürfen. So viel Zeit für die Familie werden wir wahrscheinlich nie wieder haben, wir sollten es genießen. Unser größtes Projekt heißt übrigens gerade “trocken werden”. Wann haben wir mehr Zeit dafür als jetzt. Über die Erfahrungen und Fortschritte berichte ich dann bald, hoffentlich, wenn keiner nach mir schreit oder ich ausnahmsweise mal nicht 21 Uhr ins Bett gehe. 🙂

Jetzt bin ich gespannt was ihr zu erzählen habt! Wie alt sind Eure Kinder und was macht ihr mit ihnen? Ihr wisst ja, wir sind für jeden Tipp dankbar und müssen zusammenhalten. 🙂

Lest hier:

9 Gedanken zu „Kindergärten zu – Hilfe ich habe Kinder!

  • März 30, 2020 um 10:50 pm
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    Meine ist 5. Kommt im September in die Schule.
    Wir spielen vormittags Schule, mit kleinen Aufgaben und sogar “Hausaufgaben “. Nachmittags muss ich arbeiten gehen. Mein Mann geht vormittags arbeiten. Wir müssen das aktuell noch so aufteilen, da beide Firmen noch offen haben und die Arbeit nicht liegen bleiben kann.
    Aber wir basteln auch viel – aktuelles Projekt ist eine Krake mit Schlaufen dran, die jede für 1 Tag bis zum Schulabgänger steht und jeden Tag abgeschnitten werden kann. So ist die Zeit bis zum Schulanfang sichtbar. Auch wir sind froh, auf dem Dorf zu wohnen mit einem großen Garten. Gehen spazieren, fahren Fahrrad, spielen im Garten…
    Danke für den “Kegel-Tipp”. Auch das Spielen wir oft.
    Ich finde auch, man nutzt die Zeit anders. Ist gelassener, stresst sich nicht. Außer bei der täglichen Frage “Was essen wir heute?”.
    Lasst es euch gut gehen und bleibt gesund!
    LG aus Franken

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    • März 31, 2020 um 10:02 am
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      Das klingt nach tollen Familientagen! Ja, ja, die leidige Essensfrage. Noch schwieriger finde ich es Mann und Kind beim Essen glücklich zu machen. Aber wir finden einen guten Mittelweg.
      Bleibt gesund und passt auf Euch auf!

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  • März 30, 2020 um 10:53 pm
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    Hallo Kristina,
    Ich kann schon ein paar Parallelen mit unserem Alltag machen. :-)Wir wohnen in Frankreich und haben jetzt seit 2 Wochen Ausgangssperre. Und wie ihr, freuen wir uns jeden Tag darüber einen Garten zu haben. Mit 3 Kindern in einer Wohnung wäre es nicht auszuhalten.
    Ich wurde vom Arbeitgeber freigestellt wegen Mangel an Beschäftigung und kümmere mich um unsere Kinder(9, 7 und 4 Jahre alt). Alle 3 haben ihr Schulprogramm (ja selbst unsere 4-jährige Tochter) und das nicht schon mal den ganzen Morgen und meistens den halben Nachmittag in Anspruch. Ich muss zwischen den dreien pendeln, sonst würde es den ganzen Tag dauern, und wenn wir erstmal damit fertig sind, bin ich mental erschöpft. So müde, wie ich jetzt bin, war ich nicht als ich gearbeitet habe. 🙂
    Ich freue mich wenn mein Mann nach Hause kommt und die Kinder übernimmt.
    Gut dass Ende der Woche Osterferien anfangen, da müsste es erstmal Pause mit dem Schulprogramm sein (hoffe ich zumindest :-/ ).
    Bleibt alle gesund
    Margarita

    Antworten
    • März 31, 2020 um 10:00 am
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      Wow, das klingt wirklich anstrengend. Ich glaube dagegen läuft es bei uns noch sehr entspannt ab. Aber wie sagt man immer so schön: “Man wächst mit seinen Aufgaben” 🙂
      Bleibt gesund und danke für deinen Text, ich habe mich sehr gefreut.

      Antworten
  • März 31, 2020 um 10:03 am
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    Claudia via Facebook:
    “Jetzt musste ich sehr schmunzeln liebe Kristina. Wir (mein Dezemberbaby 2017) versuchen auch die Zeit zu nutzen und ebenfalls „trocken“ zu werden. Wenn nicht jetzt wann dann, dass sehe ich auch so. Ansonsten ist basteln und vor allem malen ganz hoch im Kurs. Liebe Grüße aus dem Süden und bleibt schön gesund!”

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  • März 31, 2020 um 10:06 am
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    Frau Sommer via Facebook:
    “Vielen Dank für diesen Text. Bei uns läuft es tatsächlich sehr ähnlich ab und das bestärkt mich jetzt. Anscheinend liege ich dann doch nicht ganz so falsch. 😅👍
    Und ja, die Kreativität wurde leider erst mal in den Keller verbannt, da ich all meine Kraft für die Familie brauche. 😢 Aber ich bin sicher, wenn ich eines Tages zurückblicke, werde ich verdammt stolz sein auf das was ich geleistet habe. So wie viele, andere Mamas und Papas auch. Stay strong! 💪”

    Antworten
  • März 31, 2020 um 10:06 am
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    Maika via Facebook:
    ” Unser Sohn ist 20 Monate. Er vermisst den Kindergarten und seine Freunde sehr. Aber ich habe auch gemerkt, dass er ausgeglichener ist, wenn er einfach mitmachen darf… Machen wir Homeoffice klimpert er auf einem alten Laptop Buchstaben in ein Word Dokument und “telefoniert” auch mit Arbeit. Vor ein paar Tagen fiel mir ein, wie sehr ich es als Kind geliebt habe, meine Puppen mit trockenen Nudeln oder Reis zu füttern. Zwei Becher, ein Sieb und ein paar Nudeln/Reis beschäftigen ihn seit Tagen – oft auch für eine ganze Weile. Er siebt und schüttet und sortiert total vertieft.”

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  • April 4, 2020 um 5:57 pm
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    Hallo Kristina.
    Ich habe ja einen erwachsenen Sohn mit 3 Kinder, Noah 9, Liva 3 Jahre u. 5 Monate, und Leander 16 Monate alt.
    Mein Sohn arbeitet von Zuhause im Augenblick. Dass heisst – meistens am Abend, denn Tagsüber gibt es nicht Ruhe um sich zu konzentrieren. Noah ist allerdings nur jede 2. Wochenende bei ihnen.
    Meine Schwiegertochter hätte jeder 2. Tag Zuhause arbeiten sollen, aber am ersten Tag in der Firma wurde sie und 124 andere Mitarbeiter entlassen. Sie bekommt Lohn bis zum 31.07. Sie muss jetzt nicht mehr arbeiten.
    Ich höre aber von ihnen wie viel Arbeit es mit den Kindern gibt. Ausserdem vermisst Liva ihre Freundin vom Kindergarten. Jetzt haben sie der Angebot von “Not-Kindergarten/Krippe” angenommen, jeden Montag und Mittwoch werden sie entlastet.
    Ich habe meine Enkel seit Ende Februar nicht gesehen. Ich muss Rücksicht auf meine alte Eltern nehmen und deswegen gibt es nur Kontakt über Messenger oder Handy.
    Ihre Opa und seine Frau und die Oma u. ihr Mann haben auch keine Kontakt (Fysischen) weil sie zum Sondergruppe gehören.
    Ich vermisse meine Enkel sehr, genau so wie eure Eltern eure Kinder vermissen.
    Wir hoffen alle dass die Lage bald sich ändert und wir langsam, ganz langsam zur Alltag zurückkehren können.
    Ein Tip: Es gibt ein Kochbuch (in dänisch) : GOD MAD let at lave – da gibt es viele Rezepte 🙂

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