Dänemark sagt Corona den Kampf an!

Schulschließungen, Drive-In Coronatest und Veranstaltungsverbot – die Dänen machen Ernst!

Normalerweise sind die Dänen als entspanntes und glückliches Völkchen bekannt und gelten als Wikinger. Besonders bei Erkältungen oder kleinen Wehwehchen zeigen die Nordlichter immer wieder gern, wie hart sie im Nehmen sind. Eine Erkältung wird ohne Medikamente Zuhause auskuriert, Fieber ist die normalste Sache der Welt und Wunden werden erst dem Arzt gezeigt, wenn sie wirklich stark bluten oder etwas absteht.

Doch seit dem 11. März herrscht im kleinen skandinavischen Land Ausnahmezustand! Für zwei Wochen werden Schulen und Kindergärten geschlossen und Mitarbeiter nach Hause geschickt. Die Regierungschefin Mette Frederiksen erklärt auf einer Pressekonferenz umfassende Maßnahmen gegen den neuartigen Coronavirus. Behörden und Institutionen werden für zwei Wochen geschlossen. Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern sind untersagt. Dänemark greift durch, die hyggeligen Zeiten sind vorerst vorbei. “Es wird hart und uns allen viel abverlangen”, sagt die Regierungschefin.

Schockierend für mich, auch die ach so entspannten Nordlichter können in Panik verfallen. Wer denkt, dass die Deutschen Weltmeister bei den Hamsterkäufen sind, die Dänen wollen nun den Titel holen. Leergekaufte Regale, lange Schlangen vor den Supermärkten und Hamsterkäufe in wirklich jedem Laden – die Dänen sind nicht wiederzuerkennen. Mithilfe von Drive-In Coronatest können sich unsichere Dänen mit Symptomen auf den Virus testen lassen, ohne ihr Auto zu verlassen oder Gebäude zu betreten. Auch in Deutschland ist dies mittlerweile möglich.

Die Anzahl der Virus-Infizierten ist in Dänemark dramatisch angestiegen, innerhalb von drei Tagen auf über 500 Infizierte, eine Verdopplung. Den auffällig schnellen Anstieg in Dänemark, schneller als in den meisten anderen Ländern, soll nun die Stirn geboten werden: Ab dem 13.03 werden alle Institutionen und Ausbildungsstätten geschlossen. Schon jetzt werden alle Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nach Hause geschickt. Die Polizei, Gesundheits- und Krankenpersonal dagegen wird mehr denn je gebraucht. Auch private Unternehmen werden aufgefordert ihre Mitarbeiter für zwei Wochen nach Hause zu schicken. Auch Nachtklubs, Kneipen und Discos soll geschlossen werden, Veranstaltungen mit über hundert Leuten sind verboten, vorher lag die Grenze wie in Deutschland bei 1000 Teilnehmern. Kein Fußball, kein Theater, keine Stadtfeste – nichts.

In den nächsten Tagen sollen noch weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Verbreitung einzudämmen. Dabei wird sogar an Gesetzesänderungen gedacht. Behörden soll es ermöglicht werden weitere Veranstaltungen zu verbieten. Außerdem sollen Gesetze verabschiedet werden, die Behandlungsgarantien im Gesundheitssystem außer Kraft setzen. Nur so könne man die Kräfte im Krankenhauswesen priorisieren.

Die nächsten zwei Wochen bin ich also mit William und Liva Zuhause, der Indoorspielplatz fällt weg, keine Babysport, kein Kindergesang und Tanz in der Bibliothek und lange Schlangen in den Supermärkten. Hatte ich erwähnt, dass es die nächsten Tage immer regnen soll. Aber was solls, wir sind ja mittlerweile so hygge wie die Dänen und nehmen es wie es kommt. Auf jeden Fall werde ich bei der Hamsterweltmeisterschaft nicht teilnehmen, niemals. Aber eines kann ich euch versprechen: Wenn wegen der Corona-Panik Livas Lieblings-Kindernudeln ausverkauft sind, werden das sehr sehr lange Wochen für mich! 🙂

Dir gefällt, was ich schreibe? Hier findest du mein Buch. Ich würde mich freuen, wenn du mal reinschaust.
Liebe Grüße,
Eure Kristina vom Dorf

5 Gedanken zu „Dänemark sagt Corona den Kampf an!

  • März 12, 2020 um 11:13 am
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    Liebe Kristina,

    dein Betrag beschreibt wieder sehr treffend die Lage hier.
    E
    ine Korrektur > die Maßnahmen greifen schon ab dem 13.03. 😉

    Für die Bewohner in Pflegeheimen wird es auch eine triste Zeit, da die Heime nur noch für Personal und Verwandte offen sind. Alle Veranstaltungen, die Abwechslung und Freude in ihren Alltag brachten, sind abgesagt – zum Schutz vor Corona …. aber nicht von noch mehr Einsamkeit und Isolation.

    Hoffen wir, dass dem Virus es schnell langweilig wird und er keinen weiteren Handlungsbedarf im attackieren der Menschen findet.

    Liebe Grüße
    Beatrix

    Antworten
  • März 12, 2020 um 2:35 pm
    Permalink

    Liebe Kristina,
    Sehr gut geschrieben, in einem muss ich dich aber korrigieren bei uns in Struer sind die Supermärkte nur geringfügig voller als sonst und die Regale in sind alle voll.😊

    Liebe Grüße Uschi

    Antworten
  • März 13, 2020 um 2:58 am
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    Liebe Kristina,

    Vielen Dank für deinen Bericht. Eigentlich wollten wir am Samstag nach Dänemark (Stroby) reisen. Macht dies nun noch Sinn?

    Liebe Grüße

    Antworten
    • März 13, 2020 um 6:30 pm
      Permalink

      Ganz ehrlich? Ich finde nein. Alles ist wie ausgestorben und die Stimmung ist eigenartig. Die Läden haben fast alle geschlossen. Keine schöne Athmosphäre für einen Urlaub. Leider 🙁

      Antworten
    • März 13, 2020 um 7:38 pm
      Permalink

      Mein Lieber, ab morgen 12 Uhr werden keine Touristen mehr ins Land gelassen. 🙁

      Antworten

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