Auswandern nach Zypern (2)

Probleme, Erkenntnisse und neue Erfahrungen!

Eigentlich hätte die Überschrift zu diesem Text heißen sollen: Wenn die Klimaanlage dein bester Freund ist! 🙂 Warum? Erkläre ich Euch gleich…

Wir leben jetzt seit drei Wochen in unserer neuen Heimat, Limassol, und so langsam sammle ich hilfreiche Erfahrungen und Eindrücke. Im letzten Text habe ich Euch ja noch von meinen ersten chaotischen Versuchen mit dem Linksverkehr berichtet. Die gute Nachricht ist: Ich werde immer besser und fühle mich unverschämt cool, wenn ich ohne Probleme die Kreisverkehre meistere. Die schlechte Nachricht ist: Durch die ganze Selbstsicherheit und das Singen von Kinderliedern während der Fahrt ist es mir nun doch das erste Mal passiert, dass ich auf einer Kreuzung in den zweispurigen Gegenverkehr gefahren bin. Zum Glück hatte die andere Seite rot und ich konnte trotz Schnappatmung und wildem Lichthupkonzert meiner Gegenüber zurück auf meine Seite.

Erfahrung Nummer 1: Sei dir niemals, wirklich niemals zu sicher, dass du den Linksverkehr schon beherrschst!

Ich muss immer lachen, wenn ich Eure Nachrichten lese. Es gibt nämlich eine Frage, die stellt ihr mir ständig. Nachdem ich nun schon die dritte Woche davon schreibe, dass das Thermometer im August hier fast jeden Tag die 40 Grad Marke knackt und die Temperaturen in den Nächten kaum unter 30 Grad sinken, macht ihr Euch massiv Sorgen um meinen Schlaf. Verständlich, aber unbegründet. In Zypern ist es Gang und Gäbe, dass die Häuser klimatisiert sind. Anders würde man tatsächlich kein Auge zumachen. In unserem Haus sind die Küche, das Wohnzimmer, die Schlafzimmer und das Gästezimmer mit Klimaanlagen ausgestattet. Da ich die Dinger allerdings hasse, schlafe ich auch jetzt im Hochsommer mit einer dicken Decke, während Mr. Z deckenlos (nicht Hüllenlos – oder doch?) neben mir liegt und die frische Luft genießt. Ich möchte hiermit offiziell bekanntgeben, dass ich seit meiner Ankunft in Zypern noch nicht einmal gefroren habe – Das war die letzten 34 Jahre eigentlich meine Hauptbeschäftigung. Und ich habe seit drei Wochen kein Unterhemd, keine Socken (sonst habe ich auch im Sommer Kuschelsocken gebraucht) und keine lange Kleidung mehr gebraucht. DAS IST MEIN LAND!

Erfahrung Nummer 2: Unterschätze niemals die Gefahr einer Klimaanlage in der Nacht! Erkältungsgefahr!

Jeder der in den Sommerurlaub fährt würde sich um die Temperaturen reißen, die hier gerade herrschen. Im Alltag und eben nicht als Tourist, bringt das jedoch einige Herausforderungen mit sich. Momentan ist es so, dass wir uns zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr nicht draußen aufhalten können. Die Spielplätze sind zu heiß um sie zu benutzen. Wenn überhaupt geht es zum Meer oder in den Pool. Meistens gehen die Kinder und ich nachmittags einkaufen, weil es in den Supermärkten schön kalt ist. 🙂 Natürlich müssen wir dafür das klimatisierte Auto nehmen, mit dem Kinderwagen undenkbar. Klimatisiertes Auto kling gut, funktioniert aber erst nach einer halben Stunde. Die Gurte und Kindersitze werden so heiß, dass ich während die Klimaanlage läuft und die Kids neben dem Auto warten, mit Cool-Packs die Gurte kühle, damit die Mäuse überhaupt irgendwann einsteigen können. Natürlich lege ich überall diese Sonnenschutzfolien hin, bringt bei 50 Grad in der Sonne nix!

Erfahrung Nummer 3: Wenn du mit Kindern und dem Auto zu einen Termin musst, geh eine halbe Stunde eher los, um das Auto abzukühlen.

Kommen wir mal zum Essen. Ich liebe griechisches Essen und natürlich ist dieses sehr vergleichbar mit dem Essen hier, auf Zypern. Am häufigsten wird hier “Meze” (auch Mezze) gegessen. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Gericht, sondern um viele kleine Portionen die nach und nach in der Mitte des Tisches platziert werden. Fleischspieße, Tintenfischringe, Reis, Pommes, griechischer Salat, Tzatziki und so weiter. Immer wenn du denkst, dass es vorbei ist, geht es sicher weiter. Man kann zwischen Fischmeze, Fleischmeze, aber auch vegetarischer Meze wählen. Wenn ihr also in einer Gruppe (z.B 10 Personen) essen geht, dann ist Meze das perfekte Gericht um die Vielfalt der zypriotischen Küche kennenzulernen. Es reicht aber völlig, wenn ihr dann nur 8 Mal Meze bestellt, für 10 Personen. Man neigt dazu viel zu viel zu essen, die Portionen sind riesig und die ganzen gebratenen und frittierten Speisen sind sicher nicht Bikini-Figur-freundlich. Reichlich Brot gibt es auch dazu.

Erfahrung Nummer 4: Wenn ihr in einer Gruppe Meze bestellt, dann nehmt nicht eine Meze pro Person, das schafft ihr nicht (Besoffene Männergruppen sind von diesem Hinweis ausgeschlossen).

Ich könnte noch unendlich lang weiterschreiben, Liva und William machen gerade Mittagsschlaf und mir fehlt das Schreiben so sehr. Im September startet dann endlich der englischsprachige Kindergarten, dann habe ich hoffentlich wieder Zeit fürs Studium, für den geplanten Roman, für den Blog und vor allem möchte ich endlich wieder Fotos machen. Haltet durch, bald gibt es wieder mehr zu sehen und zu hören. Griechisch möchte ich eigentlich auch noch lernen und mein Englisch aufpolieren… Hach, manchmal wäre es schön, wenn der Tag mehr Stunden hätte.

Nach drei Wochen Zypern geht es uns fabelhaft. Das neue Haus wird immer mehr zu unserem Zuhause. Die Kids lieben das Wasser, egal ob Pool, Meer oder Eimer. Der Mini-Container mit den Spielsachen ist nun schon vier Wochen länger unterwegs als geplant, vielleicht ist er nächste Woche endlich da. Der Schwimmunterricht von Liva und William läuft super und unser Bananenbaum wird uns bald die ersten eigenen Früchte aus dem Garten bescheren. Wir kämpfen gerade mit einem Kammerjäger gegen Mini-Ameisen. Die sind echt so klein, dass man sie kaum sieht. Allerdings haben sie Williams kleinen Po gefunden, als er ohne Unterwäsche auf dem Balkon saß.

Erfahrung Nummer 5: Zypriotische Mini-Ameisen sind kaltblütig und gemein. Die Schmerzen nach einer Pinkelattacke sind größer als bei ihren deutschen, größeren Verwandten!

Ich freue mich wie immer auf Eure Kommentare und Fragen! Bald gibt es MEHR Zypern, es gibt so viel zu erzählen. Passt auf Euch auf und kommt uns besuchen. 🙂

Lest hier:

Der Umzug von Dänemark nach Zypern.

3 Gedanken zu „Auswandern nach Zypern (2)

  • August 9, 2021 um 9:38 am
    Permalink

    Danke für Dein neuer Berichtvom Zypern. Ich finde es sehr interessant zu lesen wie Ihr da lebt.
    Unglaublich wie gut sich Liva und William eingelebt haben, aber so sind Kinder halt.
    Wie fühlt sich Dein Mr. Z im neuen Job zurecht ? Ich hoffe sehr gut. .
    Mein Sohn und seine Frau plus Liva und Leander sind heute morgen nach Zypern gereist. Sie wohnen in der nähe von Ayia Napa. Die Kinder sind ebenfalls mit Sicherheitswesten ausgesteuert- in Neonfarben 😀 .
    Ich habe nur von Meze gehört aber nie geschmeckt. Aber ich liebe die griechische Küche. Vor allem – die Tomaten smecken viel besser wie hier.
    Bin gespannt neues von euer Leben zu hören 🙂

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    • August 5, 2023 um 5:04 pm
      Permalink

      Ich war einmal auf Cypern. Hat mir gut gefallen. Probiere mal Paphos, Coral Bay. Ganz klein und nett, ein Dorf halt…! Wie kommst mit den griechischen Buchstaben klar. Ziemlich schwer, oder?! Ich war oft auf Kreta, sehr ähnlich. Halt derselbe Breitengrad….! Habe Schildkrötennester bewacht…! Ne leeve Jrooß aus Düsseldorf, Jürgen

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      • August 7, 2023 um 9:43 am
        Permalink

        Die Buchstaben sind nicht das Problem bei mir. Mir fällt es schwer die Vokabeln zu verinnerlichen, weil es meiner Meinung nach kaum Gemeinsamkeiten mit Deutsch oder Englisch gibt. Und die Grammatik ist der Hammer!! Aber die Sprache klingt einfach unglaublich schön! LG

        Antworten

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