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Liebeskummer in 35 Metern Höhe

 

 

Liebesgeschichten und ein traumhafter Blick über Kopenhagen

Nur, um es vorweg zu nehmen, der Liebeskummer betrifft nicht mich, zum Glück. Und die Geschichte beginnt eigentlich ganz anders: Als ich mit Mr. Z in Kopenhagen unterwegs war und wir über den Weihnachtsmarkt schlenderten, ist uns ein Turm aufgefallen. Es war offensichtlich, dass man im Turm nach oben laufen konnte und zu einem Blick über das schöne Kopenhagen konnten wir natürlich nicht nein sagen. Dass uns dann, abgesehen von einer wahnsinnig schönen Aussicht und einem blutroten Sonnenuntergang, ein Turm voller Liebeskummer empfing, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der “Rundetaarn” (dt. Der Runde Turm) gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Dänemarks, nur ich hatte ihn mal wieder nicht auf dem Schirm. Mr. Z greift glücklicher Weise ab und an zum Dänemark Reiseführer und wusste schon vor dem Betreten des Turmes, dass es sich lohnen würde. Bereits seit 1642 können Besucher die Aussicht in über 30 Metern Höhe genießen. Besonders erfreut war ich über die Tatsache, dass es keine 1000 Stufen nach oben ging sondern einen Schneckengang, der sich 7 1/2 Mal um den hohlen Kern des Turmes windet.  Auf dem Weg nach oben gibt es immer wieder Fenster, schon deshalb ist man ein Stück unterwegs. Mit jedem Fenster kann man einen anderen Teil der Stadt bewundern. Bevor es auf die Plattform geht, kann man sich auf der “Kyssebaenken” entspannen (sowas wie eine Kussbank), natürlich mussten wir auch dieses Highlight testen, die Fotos erspare ich euch 🙂 In der Kuppel des Turmes befindet sich ein Observatorium, das älteste noch funktionierende in Europa. Außerdem galt der hohle Kern des Turmes in den 1760er Jahren als geografischer Nullpunkt Dänemarks, als die Vermessungen für die Landkarten durchgeführt wurden. Bei allem geschichtlichen Hintergrund begeistert die Aussicht aber natürlich am meisten. Kopenhagen ist voll von tollen Gebäuden und Türmen. Von der Aussichtsplattform des Turmes wird einem die Schönheit dieser Stadt noch einmal verdeutlicht. Als ich bemerkte, dass die Sonne untergeht, bin ich wie der Blitz den Schneckengang entlang, die Bilder sind meine Belohnung.

Ebenfalls auf dem Weg nach oben befindet sich die ehemalige Bibliothek, diese ist mittlerweile ein Ausstellungssaal. Bei unserem Besuch fand gerade das Kunstprojekt “Museum of Broken Relationships” (dt. Museum der gescheiterten  Beziehungen) statt. Dabei stellen Menschen Gegenstände aus, die sie an eine gescheiterte Beziehung erinnern, egal ob positiv oder negativ. Zwischen Kuscheltieren und Gehhilfen findet man jede Art von Gegenständen, dazu gibt es einen Text, welcher die Beziehungsgeschichte erzählt. Diese Ausstellung hat bei mir natürlich genau ins Schwarze getroffen, Es war spannend zu lesen woran die Beziehungen zerbrachen und dennoch hat es mir nahezu die Luft abgeschnürt. Die Texte waren von den Menschen selbst geschrieben und man spürte  die Zerbrechlichkeit und Trauer, auch wenn manche Trennungen schon Jahre zurück lagen. Wahrscheinlich war ich nach der Ausstellung etwas anhänglicher als sonst, eine funktionierende Beziehung ist wirklich ein Geschenk. Die Ausstellung hat mich dazu motiviert meinen alten “Beziehungsring” (es war kein Verlobungsring aber auch mehr als ein Freundschaftsring) wieder herauszukramen. Hätte mich das Museum um einen Gegenstand gebeten, hätte ich diesen Ring in die Ausstellung gegeben. Er steht symbolisch für meine große Jugendliebe, die mich über viele Jahre sehr glücklich gemacht hat.

Jetzt seid ihr dran, denkt mal darüber nach, was euch von verflossenen Beziehungen geblieben ist und was für euch in diese Ausstellung gehört. Keine Angst, ihr müsst es mir nicht verraten, aber ihr könnt 🙂

Infos: http://www.rundetaarn.dk/

Ein Gedanke zu „Liebeskummer in 35 Metern Höhe

  • Dezember 1, 2016 um 12:32 pm
    Permalink

    *seufz***seufz*
    Schön geschrieben und es weckt jede Menge Erinnerungen an unsere Lieblings-Verflossenen, in guten wie in schlechten Zeiten.
    Ich würde die DVD im „Rundetaarn“ ausstellen, auf der unser Programmpunkt anlässlich des 50. Geburtstages von Vadke drauf ist (wie wir und die Verflossenen den Gaststättenalltag im “Weißen Schwan” zur Musik von “Queen” wiedergeben).
    Danke Badebub und Clyde für diese Erinnerung! 😀

    Antworten

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