Vom-Dorr_titel_KristinavomDorf

Ossi liebt Wessi!

1000 Gründe, dass man sich nie begegnet.

Letztes Jahr, am 03. Oktober, hat meine Schwiegermama etwas wunderschönes am Telefon zu mir gesagt. Ehrlich gesagt hatte ich selbst noch nie daran gedacht. Sie sagte: “Der Mauerfall ist das Beste, was uns passieren konnte.” Damit wollte sie weder eine politische Grundsatzdiskussion anfangen, noch über die geschichtlichen Ereignisse dieses Tages sprechen. Sie wollte mir einfach nur sagen, dass sie sich freut. Sie freut sich darüber, dass sich ihr schwäbischer Sohn und die sächsische Schwiegertochter gefunden haben und nun zwei “Ost/West Mischlingskind” zusammen haben. Was für ein schöner Gedanke. Grund genug zu realisieren wie gering die Chance war, dass ich meinen Mr. Z finde und mit ihm zusammen sein darf, mal ganz abgesehen vom Mauerfall.

Für alle die nicht auf Schnulzen stehen: Bitte JETZT den Text schließen 🙂

Würde man alle Entwicklungen, Zufälle, Schicksalschläge und Lebenssituationen aufzählen die nötig sind, um den richtigen Partner zu finden, würde man aufhören nach ihm/ihr zu suchen, bevor man begonnen hat. Ein schwäbischer Fußballtrainer kommt beruflich nach Leipzig, er kommt als Single, hat noch keine Familie, obwohl das vom Alter her nicht verwunderlich wäre. Es braucht eben auch die richtige Zeit und den richtigen Ort. Eine sächsische Journalistin steht kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim MDR in Dresden, plötzlich wechselt der Chef und es kommt nie zur finalen Unterschrift. Schicksal? Wahrscheinlich, denn danach geht es nach Leipzig zur LVZ (www.lvz.de). Perfektes Timing denn dort wird eine Moderatorin für ein Fußball Magazin (Sportbuzzer Magazin Video) gesucht. Eines schönen Tages beim Interview stehen sie also voreinander, die Ostfrau und der Schwab, der Rest ist Geschichte und spielt auf dem Wohnzimmerboden miteinander.

Nur, um das Ost/West Thema nochmal kurz aufzugreifen. Ich hoffe, dass unsere Liva und der kleine William hochdeutsch sprechen werden. Die Mischung aus schwäbisch und sächsisch muss fatal sein. 🙂 Selbst bei uns gibt es nach knapp 6 Jahren noch immer Verständigungprobleme. Ich möchte einen Wiegebraten machen, der Herr schreit nach Leberkäs. Ich bitte ihn um die Kuscheldecke und bekomme den Teppich. Wenn ich “ojja” sage, um etwas zu bekräftigen, bekomme ich einen strengen Blick mit den Worten: Das Wort gibt es gar nicht. Stimmt! Aber wenn es im Ländle mal wieder “geschnien” hat oder er eine Warumfrage mit “Na weil” beantwortet, packe ich auch nicht mehr jedes Mal den Klugscheißerhammer aus. Ich liebe meinen schwäbischen Schwab und trotzdem wird meine Tochter nach Wiegebraten, Soljanka und Würzfleisch fragen, auch wenn der Papa dann wieder den Wessi raushängen lässt. 🙂 Er weiß schließlich nicht mal, was ein Essenkehrer ist! Meine Familie und meine Schwiegerfamilie arbeiten übrigens noch immer an einer gemeinsamen Sprache. Manchmal sind der Osten und der Westen eben doch weeeit auseinander…

Zurück zur Partnersuche und der Liebe. Wie viel Glück ist nötig, um den Partner seiner Träume zu finden und was wäre, wenn man nur eine Entscheidung anders getroffen hätte?

-Heute gehe ich doch nicht in die Disko. Nein, ich möchte nicht umziehen. Ein neues Jobangebot? Oder: Na gut, dann versuchen wir es mal zusammen, kommt sicher nichts besseres.-

Jede dieser unzähligen Entscheidungen und auch ganz normale Alltagsentscheidung  (Wo gehe ich einkaufen und wann?) beeinflussen auch zahlreiche andere Leben. Wäre ich noch mit meinem Exfreund zusammen, hätte er jetzt kein Kind mit seiner neuen Freundin. Wäre ich nicht nach Leipzig gegangen… Manche Entscheidungen verändern eben alles. Das Leben ist so aufregend und ich liebe solche Geschichten. Erzählt mir bitte von Euch! Wie und wo habt ihr die Liebe gefunden und wie viele Zufälle waren dafür nötig? Ich bin so gespannt. Solche Liebesgeschichten sind Balsam für Herz und Seele.

PS: Für alle die den richtigen Ossi oder Wessi oder Dänen oder was auch immer noch nicht gefunden haben: Niemand bleibt allein, ich sehe es in meinem Freundeskreis!

PS2: Wir sind jetzt seit einem Jahr verheiratet, aber eine Sache werde ich nie akzeptieren: Wenn Mr. Z von “Mittag” spricht, meint er eine Zeitspanne von 12 bis 17 Uhr. Das Wort “Nachmmitag” gibt es wohl, verstaubt aber.

Hier lest ihr:

Die Geburt unserer Tochter –  Wenn alles anders kommt.

Meine Abschlussprüfung für die dänische Sprache.

Emanze mit Kinderwagen

Das verstehen nur Mütter!

16 Gedanken zu „Ossi liebt Wessi!

  • Oktober 4, 2017 um 3:23 pm
    Permalink

    Du hast ja soooo recht meine liebe Kristina!!!!
    Es waren so viele Zufälle und vermeintlich falsche Entscheidungen notwendig, um heute hier zu stehen 🙂
    Hätte ich mich nicht von meinem damaligen Freund getrennt, hätte mich nie die “Party-Wut” überfallen und ich wäre beim tanzen durch die Clubs nie meinem Erfurter begegnet und wäre der Typ, mit dem ich damals durch die Clubs gezogen bin, nicht so ein Arsch gewesen, hätte ich wohl auch nie mit meinem Erfurter gesprochen 🙂
    Man sagt ja: Eine Komödie ist eine Tragödie + Zeit…dann sind Gute Entscheidungen vielleicht oft auch nur schlechte Entscheidungen + Zeit 🙂

    Antworten
    • Oktober 4, 2017 um 3:30 pm
      Permalink

      🙂 Danke für den tollen Kommentar. Du siehst sehr sehr glücklich aus auf Euren Bildern.

      Antworten
  • Oktober 4, 2017 um 9:41 pm
    Permalink

    Meine Liebe! Es ist bei uns ähnlich. Ossitante und Besserwessi 😂 Eure und unsere Familien stellen dann irgendwie die richtige Wiedervereinigung dar! Prost!🥂

    Antworten
  • Oktober 5, 2017 um 12:01 am
    Permalink

    Ladys and Gentleman,

    wie in einem vorigen Post von dir bereits, erwähnt, traf ich meine Frau im beliebten SAT.1 SMS Chat. Nach einem merkwürdigen Abend war mir langweilig und meiner Frau wohl auch. Eine Woche schrieben wir uns minütlich. Als meine Finger zu schmerzen begannen, bestieg ich einen Zug nach Hamburg. Erstes Treffen vor dem Restaurant „Zur goldenen Möwe“. Fernsehturm, Planten und Blomen und ein Picknick später, wussten wir das wir uns wieder sehen müssen. Eine Woche später, gemeinsames WE auf Fehmarn. Gefolgt von einer Woche bei mir in Nürnberg. Ein Jahr lang wöchentliche Zugreisen zu Ihr an die Ostsee. Heute? Laufen hier 5 wunderbare Kids durchs Haus und schauen verständnislos beim Einwand das es sie ohne den 3.10. nicht geben würde. SMS gibt es nicht mehr aber ich werde immer noch doof angeschaut wenn ich auf die Frage nach der Uhrzeit mit „Dreiviertel Zwölf“ antworte. Mein kurzes Gastspiel in Nürnberg konnte meine Herkunft auch nicht vertreiben. Viele Grüße vom norddeutschen Ossi.
    #nordischbyneetschoure 🙃

    Antworten
    • Oktober 9, 2020 um 12:02 pm
      Permalink

      Sehr schöne Geschichte. Ich versuch es mal mit meiner. Meine Exfrau und ich zogen auf ein Dorf schönen Altenburger Land in ein eigenes Haus. Allerdings Krieselte es in unserer Ehe und es gab Anfang 2013 zur Trennung. Nach einem Jahr Single ging ich wieder auf die Suche und fand meine Traumfrau mit der ich bis heute noch glücklich zusammen bin. Ihre Ehe ging zu Ende, da sie nicht mehr den Wünschen ihres Exnanbes entsprach Sie Gatte einen Arbeitsunfall der falsch behandelt worden ist, seitdem ist sie gehbehindert. Dadurch konnte sie auch nicht mehr den Haushalt so machen wie er es wünschte.

      Antworten
  • Oktober 5, 2017 um 8:18 pm
    Permalink

    Liebe Kristina,

    Ich musste sooooo schmunzeln 😀 ich bin zwar nicht aus Sachsen, aber aus Sachsen-Anhalt und mein Mann…na rate mal ;-))) genau en Schwoab 😀 ich wohne aber nun schon 14 Jahre hier in Schwaben und habe eher selten noch Probleme zumindest die hiesigen Schwaben zu verstehen (Nähe Neu-Ulm) und unsere Kinder: sprechen Hochdeutsch! *lach* also die 11 jährige fast perfekt (natürlich kommen mal das ein oder andere ossische “neee” oder schwäbische “gell?” ) bei der noch nicht ganz 3-jährigen ist bisher kein Dialekt zu hören.
    Wir haben uns übers Internet kennengelernt, also auch mit viel Zufall und Schicksal 🙂

    Ich wünsch euch beiden/dreien alles gute und das Baby überlebt es, wenn es nicht schwäbisch spricht :-DDD
    Und habt viel Spaß im schwobaländle

    Antworten
    • Oktober 5, 2017 um 10:20 pm
      Permalink

      Du machst mir Hoffnung 🙂
      Ich liebe das Schwäbische auch aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist einen Dialekt abzulegen, wenn man es beruflich muss/sollte. Deshalb wünsche ich unserer Tochter hochdeutsch und dann darf sie gern auch mal ein störrisches NOI in die Runde werfen, wenn sie etwas nicht will. 😀

      Antworten
    • Oktober 10, 2020 um 11:03 pm
      Permalink

      na,das erzähl ich gleich mal meinem “Besserwessie”😜.Wir feiern den 3.Oktober auch immer mit dem Gedanken,dass wir uns sonst nie kennengelernt hätten. Sind seit über 10 Jahren zusammen,seit 7 Jahren verheiratet.Ich aus Sachsen und er ein Nordhesse.Übrigens nennt er mich gerne “Ostkirsche”😂 LG Andrea

      Antworten
  • Oktober 8, 2017 um 5:37 pm
    Permalink

    Der Vater meiner beiden wundervollen Kinder war im Jahr des Sommermärchens mein absoluter Schwarm.
    Bis heute haben wir nicht ergründet, warum damals nix aus uns wurde.
    Eine Ehe bei ihm und eine mich völlig pleite machende Beziehung und insgesamt ganze 8 vergangene Jahre später, klingelte eines Sonntag morgens mein Handy. Noch im Rausch des Vorabends ging ich verpeilt neben einer guten fr unein liegend ran.
    Zu unserem 1-Jährigen war unser Sohn dann 10 Tage alt. Mittlerweile sind wir zu viert, sanieren ein über 250 Jahre altes Haus eines kompletten 4 Seiten Hofs und sind unglaublich dankbar für jeden Umweg, den wir gegangen sind, um genau dahin zu kommen, wo wir jetzt stehen!
    Ich kann ehrlich sagen: Niemals zuvor war ich zufriedener!!!
    DANKE!

    Antworten
    • Oktober 8, 2017 um 10:03 pm
      Permalink

      Klingt toll und vor allem als ob es so sein sollte. ♡

      Antworten
  • Oktober 2, 2018 um 1:24 pm
    Permalink

    Jennifer via Facebook:

    “bei uns genauso 😊😁
    Wir haben zwar sogar in der gleichen Stadt gewohnt aber mussten uns auch erst über ne Datingplattform kennenlernen 😀
    Und ‘damals’ hätte keiner von uns beiden gedacht, dass es nun nach über 4 Jahren so ist wie es ist 😊😍

    Und auch nach dieser Zeit gibt es immer noch die Sprachprobleme zwischen dem Ossimädel und dem waschechten Franggen 😋😂 das fängt beim Pfannkuchen an und geht über den Brotkanten und viele andere Dinge.
    Aber eins muss man ihm lassen: Uhr lesen kann er ;)”

    Antworten
  • Oktober 2, 2018 um 2:32 pm
    Permalink

    Constanze:
    “Bei uns sind es jetzt bald 10 Jahre und so langsam passt man sich auch sprachlich einander an. Allerdings muss mein Mann beim Pfannkuchen immer fragen, ob ich jetzt den Berliner oder den Eierkuchen meine, da ich mittlerweile das Wort Pfannkuchen für beides benutze… 🙈”

    Antworten
  • Oktober 6, 2020 um 1:41 pm
    Permalink

    Das kommt mir bekannt vor. Ossi-Mädel (Sachsen-Anhalt) trifft Wessi-Burschen (Niedersachsen), und dann noch ein Rollstuhlfahrer dazu. Geheiratet wurde schon 9 Monate später, wobei keiner in der Familie daran geglaubt hat, dass das gut geht. Mittlerweile sind wir 18 Jahre verheiratet, haben einen 17 jährigen Sohn und eine 7 jährige Tochter. Leben tun wir in Niedersachsen. Unser großer Traum ist es, unser Leben an der Nordsee zu verbringen.

    Antworten
  • Oktober 9, 2020 um 8:06 am
    Permalink

    Ich musste lachen wie Du über die verschiedene Wörter zwischen Dir und Mr. Z berichtet hast 😀
    So doll ist es nicht in Dänemark, obwohl es auch hier Regional Unterschied in der Sprache gibt.
    Ich habe vor vielen Jahren mein “Schatz” getroffen – 1973 ! Es war auf der Spritdampfer zwischen Kollund (Dänemark) und Flensburg. Auf diesen Dampfer konnte man zollfrei handeln und essen und trinken. Er sass an einem Tisch mit seine Marinekollegen (Stützpunkt Flensburg) und ich an einen Tisch mit meine Kusine. Sie haben uns zu ihnen eingeladen, und wir sind dann in Flensburg in eine Café gegangen. Sie haben uns auf “ihrer” Tender am nächsten Tag eingeladen. Wir sind im Kontakt geblieben, ich wohnte damals viel nördlicher in Jütland.
    Im Februar bin ich nach Lübeck umgesiedelt zu ihm. Wir waren 1½ Jahren verlobt, dann ging es leider kaput. Wir haben ab und zu wieder Kontakt gehabt bis es aus war.
    Vor 4 Jahren hat er mich auf Facebook gefunden und geschrieben. Er ist bei mir gewesen, und ich bei ihm – mehrmals. Wir sind glücklich wieder Kontakt zu haben, rufen uns auf Messenger an- ich bleibe hier in Dänemark und er in Lübeck. Aber auch so kann man auch glücklich sein.
    Übrigens – Glückwunsch an Dein Wundergatten gestern. Wir sind viele Brøndby fans die immer noch mit Freude an ihm denken.

    Antworten
  • Oktober 10, 2020 um 9:14 am
    Permalink

    Hei.
    Ich habe ein E Mail bekommen wo ich abonnieren bestätigen soll. Leider klappt es nicht. Was soll ich tun ?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow by Email
YouTube
YouTube
Instagram