2000 Kilometer mit Baby an Bord (2)

 

 

Der Unfall kurz vor der Rückfahrt.

Im ersten Teil hatte ich ja schon davon berichtet, dass ich mit meiner 2 Monate alten Tochter mit dem Auto und der Fähre nach Deutschland gefahren bin, besser gesagt von Kopenhagen nach Stuttgart und zurück. Ich wurde als “verrückt” oder “krass” betitelt denn einige Mamas trauen sich einen solchen Trip nicht zu. Da Livas Großeltern, Urgroßeltern und der Rest der buckligen Verwandtschaft aber nun mal in Deutschland leben, wollte ich es auf jeden Fall versuchen und es wurde belohnt. Der Trip lief super, Liva hat alles hervorragend weggesteckt und dennoch passierte ausgerechnet am letzten Tag, kurz vor der Rückreise ein Unfall, der mich ganz schön aus der Bahn geworfen hat.

Nachdem wir meine Familie in Sachsen besucht haben ging es weiter ins Land der Maultaschen, Oma Erna in Schwäbisch Gmünd will schließlich auch etwas von ihrer ersten Enkelin haben. Durch den Zwischenstopp in Sachsen sind die Touren perfekt aufgeteilt. In Sachsen und auch in Baden-Württemberg sind wir dann gar kein Auto mehr gefahren. Wer die kleine Maus sehen wollte, musste uns besuchen. Ich wollte einfach nicht, dass sie noch mehr Zeit im Autositz verbringen muss. Stattdessen gibt es gemütliche Ausflüge mit dem Kinderwagen, ganz viel lustiges Geplapper mit der Familie und natürlich viel zu viel Essen für mich. Während mich meine Oma in Sachsen mit grünen Klößen, meine Mutsch mit Krautrouladen und Königsberger Klopse verwöhnen, gibt es bei der Schwaben Oma selbstgemachte Spätzle und Maultaschen. Luxus pur und richtig schlecht für den After-Baby-Body 🙂 Bevor es dann zurück nach Dänemark geht, gibt es erneut einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Sachsen, damit die Fahrt nicht zu lang wird. Den letzten Urlaubstag verbringen wir in Leipzig. Dieses Tag läuft allerdings etwas anders als gedacht. Nach unserem Besuch bei meiner ehemaligen Arbeitskollegin, Mitbewohnerin und Sektfreundin Regina wollen wir noch kurz in unserer alten Leipziger Wohnung vorbei, dort lebt noch immer ein befreundetes Ehepaar mit ihren 4 Kindern. Als ich mit Liva in Richtung Eingang laufe zieht es mir plötzlich die Beine weg. Am Anfang war mir nicht mal klar, dass ich gestolpert und deshalb gestürzt bin. Es hat sich angefühlt, als ob mich ein Auto überfährt. Als ich realisiere, dass ich auf mein Gesicht gefallen bin und auf dem Boden liege fällt mir natürlich als erstes Liva ein. Ich höre kein Schreien, dass macht die ganze Situation nicht einfacher. Neben mir liegt der Maxicosi, auf dem Kopf. Als ich ihn umdrehe, ich habe wirklich schreckliche Angst ihn umzudrehen, schaut mich Liva völlig unbeeindruckt an. Sie ist zum Glück in ihrem Sitz fest angeschnallt und liegt “nur” kopfüber drin, hängt in ihrem Gurt. Der Sitz hat Schrammen vom Asphalt und ich will gar nicht dran denken was passiert wäre, wenn ich sie im Arm getragen hätte. In der einen Hand hatte ich die Wickeltasche, in der anderen Liva im Maxicosi. Die Wickeltasche habe ich im Fall losgelassen, mein Baby nicht. Dadurch ist sie nicht durch die Gegend geflogen sondern “nur” unsanft abgesetzt wurden. Mein Gesicht dagegen pocht und ich habe das dringende Bedürfnis zu heulen, obwohl alles gut gegangen ist. Es war keiner da, der mir hätte helfen können. Oder die Leute sind beschämt weiter gelaufen weil sie dachten ich sei besoffen. Was für ein dummer Unfall. Ich bin durch ein großes Flügeltor, eine Einfahrt, gelaufen und habe den Stopper in der Mitte der Einfahrt einfach komplett übersehen, dort wo die beiden Türen zusammen kommen. Aber so sehr und unglücklich bin ich noch nie gefallen. Ich glaube ich habe einen sehr zerstreuten Eindruck gemacht, als ich dann endlich bei meiner Freundin am Küchentisch saß. Mein armes kleines Baby. Liva hat danach normal geplappert und getrunken und ich wusste, dass es ihr gut geht. Zeit um in den Spiegel zu schauen. Hätte ich vielleicht lassen sollen, meine Nase tat nicht nur weh, die sah auch richtig hässlich und geschwollen aus. Mit dem Gesicht zu bremsen oder sich damit abzufangen kann ich also nicht empfehlen aber ich würde es immer wieder so machen, damit dem kleinen Stupsnäschen meiner Motte nichts passiert. Ich muss aber zugeben, dass ich an diesem Tag alles ganz besonders langsam und bedacht gemacht habe. Der Schock saß tief und ich wollte vor allem auf der Autobahn nichts riskieren.

Auf der Fahrt zur Fähre lief dann alles gut. Als wir dann im Fährhafen ankamen hatten wir allerdings noch knapp eine Stunde bis zur Abfahrt Zeit und Liva hatte nach dem Aufwachen Hunger. Also wird das Auto zum Chill- und Stillraum umgebaut 🙂 Ich habe einfach die Stilltücher vor die Scheiben gehangen, die LKW Fahrer sollten schließlich nicht an der Milchparty teilnehmen. Auch beim Wickeln auf dem Beifahrersitz gab es keine Probleme. Danach wurde im Auto geknuddelt, bis die Fähre zu sehen war. Wir haben die Überfahrt (knapp 2 Stunden) gut über die Runden gebracht. Liva war wach, wir haben Spaziergänge gemacht und gegen Ende der Fahrt gab es nochmal eine frische Windel und Milch. Allerdings war der Wickelraum auf der Fähre kaum größer als mein Auto. Stillen ging leider auch nur im Stehen, sonst hätte man sich dabei aufs Klo setzen müssen. 🙂 Aber auch das haben wir alles hinbekommen und 2 Stunden später waren wir endlich wieder zuhause. Jetzt im Nachhinein würde ich alles wieder genauso machen. Es war extrem wichtig viel Zeit einzuplanen und Liva nicht in ihrem Rhythmus zu stören, sie war einfach großartig. Du Omas können also weiterhin mit uns rechnen.

Die nächste Reise nach Stuttgart steht dann im März mit dem Flieger an, mal schauen was die Kleine davon hält. Das wird der Testflug, bevor es im Sommer nach Griechenland geht. Jetzt ist aber erstmal Dänemark und Erholung angesagt.

Ich weiß, dass man nicht gern darüber spricht wenn einem etwas mit den Kids passiert aber vielleicht fällt Euch ja der ein oder andere Zwischenfall mit den Würmern ein, von dem ihr mir berichten wollt. Ich hatte nach dem Sturz ein schrecklich schlechtes Gewissen! Ich bin gespannt, ob ihr ähnliches erlebt habt.

Hier lest ihr:

2000 Kilometer mit Baby an Bord/ Teil 1

Meine Geburt – wenn alles anders kommt.

Hilfe ich werde Mama!

Warum ich auf Brot verzichte.

6 Gedanken zu „2000 Kilometer mit Baby an Bord (2)

  • Februar 24, 2018 um 5:22 pm
    Permalink

    Gott sei Dank hattet ihr beide einen super engagierten Schutzengel!! Schön,dass die Reisepremiere mit dem Auto so reibungslos ging.Liva weiss jetzt schon Prioritäten zu setzen. Ihr Schlafrytmus passte ausgezeichnet zu den räumlichen Distanzen, die es zu überwinden galt. Ich hoffe der Nase geht es wieder besser!

    Antworten
  • Februar 24, 2018 um 7:37 pm
    Permalink

    Hier ein Kommentar über Whatsapp:
    Hallo Kristina. Ich habe gerade deinen 2. Teil gelesen. Das glaube ich, dass du Angst um eure kleine Liva hattest. Aber ihr Schutzengel hat ganze Arbeit geleistet. ☺
    Uns ist auch etwas passiert. Und auch unsere Schutzengel hatte einen guten Tag.
    Die Kleine saß da noch im Kinderwagen bzw. Sportwagen. Wir waren im Schlosspark spazieren und haben am Teich die Enten gefüttert. Ich stand direkt am Teich und die Mama der Kleinen mit dem Wagen auf dem Weg. Da die Maus immer viel Spaß beim Zuschauen hatte, hat diese den Wagen zum Teich gedreht und ist mit an den Teich gekommen.
    Der Wagen stand etwas abschüssig und die Kleine war im Wagen angegurtet damit sie nicht rausfällt. Sie hatte so viel Spaß und hat sich in dem Wagen immer vor und zurück bewegt bis dieser sich schließlich in Bewegung setzte und Richtung Teich rollte.
    Mit einem Mal rollte der Wagen an mir vorbei und Kopfüber in den Teich. Sie war also mit dem Kopf unter Wasser. Ich bin einfach hinterher gesprungen und habe sie aus dem Gurt befreit und rausgeholt.
    Ich habe gar nicht darüber nachgedacht sondern einfach reagiert. Danach haben wir dann den Wagen rausgezogen.
    Die Kleine hatte nicht mal geweint. Ich glaube das war der Schock. Sie hatte Gott sei Dank keinen Schaden davon getragen.

    Antworten
  • Februar 24, 2018 um 7:38 pm
    Permalink

    Kommentar über Facebook:
    Die Nase sieht ja wirklich heftig aus 😱 aber ich kenn das, man macht sich auch Jahre später noch Vorwürfe bzw. Überlegt was hätte passieren können….aber es ist ja alles gut gegangen!
    Ich bin mit meinem 9monate Baby vor 10 Jahren die Treppe runtergefallen. Sie hatte ich auf dem Arm und geistesgegenwärtig hochgehoben…ihr ist nix passiert, ich hatte mit mein Kreuzband angerissen 😕 aber Hauptsache beim Baby war alles ok!

    Antworten
  • Februar 26, 2018 um 8:37 am
    Permalink

    Ein Kommentar über Facebook:
    Oh ich kenne das! Wir sind damals 6 Wochen nach der Geburt der Jungs nach Hiddensee zum Opa gefahren und 6 Stunden Fahrt mit 2 Stunden Fährüberfahrt auf ne Insel war auch ne Aufgabe….aber was tut man nicht alles für die Familie<3

    Antworten
  • Februar 27, 2018 um 9:20 am
    Permalink

    Hey, dieses Schreckensmoment ist so schlimm. Und das auch noch in unserem Leipzig! Ich bekomme da immer Adrenalinschübe, wenn ich an solche Momente denke. Wir hatten auch einen. Ich rede nur nicht gern darüber. Ich bin sehr froh, dass es euch gut geht und deine Nase es irgendwie doch gut überlebt hat!

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  • März 20, 2018 um 9:10 pm
    Permalink

    Wenn man etwas will, dann schafft man als Mama alles.
    Auch über 2.000 Kilometer im Auto mit mini Liva! Du hast es allen gezeigt! 💪🏻

    Herrlich, das du im Nachhinein sogar sagen kannst, dass es sich absolut gelohnt hat!
    Dann war es mehr als das Richtige für dich / euch!

    Ich bin letztes Jahr im Januar, ich wollte nur fix abends zwischen den Häusern hin und her, übel gestürzt.
    Mir hat’s komplett beide Beine weggezogen und ich bin brutal auf meinen Steiß geknallt.
    Da war ich mit Erni in der 22. Woche schwanger. Und Gusti hatte ich ausnahmsweise und zum Glück NICHT auf dem Arm!
    Aber der kleine Mann war super erschrocken und total besorgt um seine Mama. …. Für Gustav durfte ich mir also nix anmerken lassen, obwohl ich natürlich starke Schmerzen hatte, von den Sorgen um die Maus im Bauch mal ganz abgesehen.
    Nachdem der aufgewühlte Mini-Mann endlich geschlafen hatte und die Oma zum Aufpassen da war (der Papa war natürlich ausnahmsweise beruflich abends unterwegs 🙄), ging’s mit meiner lieben Schwester noch zur Kontrolle ins Krankenhaus!
    Das war ein Abend – übel!

    Und deiner Nase war nix passiert?
    Nicht gebrochen oder so!?
    Sieht auf dem Bild sehr „Aua!“ aus!!!

    Schlimm, dass einer gestürzten Mama MIT Baby im MaxiCosi nicht geholfen wird! 😧🙈

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