Mein Versuch Dänisch zu lernen. (3)

 

Mein erste Dänisch-Prüfung!

Heute war es soweit, nach 4 Monaten Dänischkurs stand meine erste offizielle Prüfung bevor. Offiziell deshalb, weil meine Dänischschule direkt mit der Kommune verbunden ist. Im sozialen Dänemark bekommt man den Dänischkurs von der Stadt bezahlt, sobald man hier offiziell gemeldet ist. Aber natürlich möchte die Kommune dann auch, dass man den Unterricht ernst nimmt und regelmäßig in der Schule auftaucht. So gibt es neben monatlichen Anwesenheitslisten auch ein Mindestmaß an Prozenten, die man in den Dänischprüfungen erreichen muss. Die Prüfung wird auf jeden Schüler individuell angepasst, je nach Fortschritt und Teilnahmedauer. Das heißt, auch wenn ich vor vier Monaten in einer sehr starken Sprachgruppe gestartet bin, die sprachlich einen deutlichen Vorsprung hatte, muss ich meine erste Prüfung im kleinsten Modul ablegen und mich dann Stück für Stück nach oben arbeiten. Normalerweise liegen zwischen den Modulprüfungen ca. drei Monate und der Dänischkurs ist auf 2 1/2 bis 3 Jahre angelegt. Damit sollte auch klar sein, wie schwer diese Sprache zu lernen ist. Immerhin habe ich 12 Dänischstunden pro Woche. Heute stand also der Test an und mein deutscher Arsch ging auf Grundeis.

In den ersten beiden Teilen (Teil 1 und Teil 2) meines Dänisch-Abenteurers habe ich euch ja schon von der ein oder anderen Sprachpanne, meinen Startschwierigkeiten mit der Sprache und meinen Stärken und Schwächen beim Dänischlernen berichtet. Passend zum Unterricht sind auch die Modulprüfungen in lesen und verstehen, hören, schreiben und sprechen aufgeteilt. So ist es nicht selten, dass man zwei Stunden in der Prüfung sitzt. Face to Face mit einem neutralen Lehrer (nicht dem eigenen), allein 🙂 Vor dem Teil “Lesen und verstehen” hatte ich überhaupt keine Angst. Wie ihr wisst kommt mir da die deutsche Sprache zugute. Die deutsche und dänische Grammatik und Floskeln ähneln sich außerdem sehr. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, 100 Prozent für diesen Teil. Man bekommt Fragen zu einem Text gestellt, muss Lückentexte sinnvoll ergänzen und in kürzester Zeit inhaltlich falsche Textzeilen aus dänischen Texten streichen, dieser Teil muss komplett ohne Wörterbuch absolviert werden. Dieses darf man erst beim Verfassen einer dänischen E-Mail nutzen. Dort wird ein Thema und eine Wortzahl vorgegeben und dann kann man der Fantasie oder eben dem eigenen Wortschatz freien Lauf lassen.  Auch dieser Teil lief hervorragend. Beim “Hörtest” bekommt man verschiedene dänische Monologe und Dialoge von der CD vorgespielt und muss den Inhalt des Textes erfassen und Bildern zuordnen, für mich heute am Schwersten. Man gewöhnt sich relativ schnell an das Dänisch und die Ausdrucksweise seines Lehrers aber sobald man “Fremden” beim Dänischsprechen zuhören muss kommt man schnell an seine Grenzen. Ich bin schon oft motiviert aus der Dänischschule ins Fußballstadion und habe plötzlich KEIN EINZIGES Wort um mich herum verstanden. Daran war allerdings nicht die Lautstärke Schuld. Meine Angstdisziplin ist aber eigentlich das Sprechen! Wie schon so oft erwähnt, ist die Aussprache eine eigene dänische Welt. Da scheint es weder Logik noch Regeln zu geben. Obwohl eine Regel könnte sein: Nimm ein Wort, lass hinten und vorn etwas weg und betone den mittleren Teil völlig anders, als er geschrieben wird. Es ist wirklich schwierig! Im mündlichen Teil der Prüfung bereitet man drei Monologe (z.B zu den Themen: Familie, Wohnung und Sprachschule) vor und dann entscheidet das Los über welches Thema man sprechen “darf”. Ich durfte mich heute über meine Sprachschule auslassen und musste danach Fragen zu diesem Thema (verstehen und) beantworten. Außerdem tauscht man sich in einer Art Dialog mit der Prüferin über ein Bild aus, stellt Fragen zum Gesehenen. Um nicht zu lügen, es wurde warm unter meinen Armen.

Am Ende hat mich die Prüferin angelächelt und mir zu einer bestandenen Prüfung mit 98 Prozent gratuliert. JUHHU! Der erste Schritt ist gemacht und dieses Ergebnis motiviert mich weiter zu machen. Als ich nach der Prüfung durch die Birkevej nach Hause geradelt bin wussten meine dänischen Nachbarn offensichtlich auch bescheid, sofort wurde sich nach dem Ergebnis erkundigt. Die Menschen hier sind wirklich zum Verlieben. Ein ganz besonderer Dank geht an meine liebe Nachbarin Kirsten, sie hat mit mir gelernt und mich auf den mündlichen Teil vorbereitet. Außerdem herrscht seit ein paar Wochen Englischverbot in unserer Straße, manche Nachbarn halten sich knallhart daran. Keine Ahnung warum ich mir mit dieser Schnapsidee das Leben selbst schwer mache. ABER: Nichts ist jetzt effektiver, als das erlernte auch im wahren Leben anzuwenden. Immerhin will ich ja bald den nächsten Modultest meistern. 🙂

Wie immer freue ich mich auf Eure Erfahrungen und Fragen. Ich genieße jetzt meinen Erfolg und morgen geht es wieder in die Schule.

 

Hier meine Motivation Dänisch zu lernen, auch wenn das Land klein ist und die Sprache keine Weltsprache ist.

Warum es so toll ist mit 10 anderen Nationen dänisch zu lernen findet ihr hier. 

Hier geht es zu allen weiteren Teilen:

Mein Versuch Dänisch zu lernen (4)

Mein Versuch Dänisch zu lernen (2)

Mein Versuch Dänisch zu lernen (1)

Dänisch lernen leicht gemacht. 

Dir gefällt, was ich schreibe? Hier findest du mein Buch. Ich würde mich freuen, wenn du mal reinschaust.
Liebe Grüße,
Eure Kristina vom Dorf

13 Gedanken zu „Mein Versuch Dänisch zu lernen. (3)

  • Juli 20, 2017 um 7:57 pm
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    Woww… Herzlichen Glückwunsch oder wie man auf dänisch wohl sagt…Tillykke!!!

    Weiter so!

    Antworten
    • Juli 21, 2017 um 7:33 am
      Permalink

      Danke, das Ergebnis motiviert wieder neu. 🙂

      Antworten
  • Juli 21, 2017 um 7:34 am
    Permalink

    Glückwunsch! 🙂 und bis hoffentlich bald mal wieder <3

    Antworten
  • Juli 21, 2017 um 7:40 pm
    Permalink

    Freut mich sehr für dich, Kristina. Liest sich auch so, dass du zumindest in deiner Straße “angekommen” bist. ☺

    Antworten
  • Juli 21, 2017 um 8:10 pm
    Permalink

    Gratulation zum bestandenen Test!
    Ich versuche seit etwa 8 Jahren an der VHS aus Spaß an der Freude dänisch zu lernen,kenne mich also aus.Nur ein Unterschied ich bin inzwischen über 60 und da wird das Lernen nicht leichter.
    Bei deiner Beschreibung was du so beim Zuhören verstehst,musste ich lächeln: geht mir nämlich genauso.
    weiter so!!

    Antworten
  • Juli 21, 2017 um 9:17 pm
    Permalink

    Hej, jeg vil gerne sige tillykke til dig. Det lyder fantastik. Ich arbeite nun seit 10 Jahren in Rødbyhavn und habe nie einen Kurs gemacht. Alles learning by Doing. Aber hätte ich mal, bestimmt haben sich Sachen eingeschlichen die nach so langer Zeit nicht mehr so einfach wegzubekommen sind. Respekt vor deiner Leistung. Und ich erlebe die Dänen auch viel freundlicher wenn man ihnen mit Ihrer eigenen Sprache begegnet. Auch Telefonate mit Fremdfirmen sind kein Problem mehr. Man muss sich nur trauen 😉
    Danke für Deinen Blog ich schaue jetzt öfter rein. Vielleicht interessiert dich ja auch meiner, wie ich in Dänemark gelandet bin. Webseite musste ich ja angeben. Hilsen dem Dorfworker

    Antworten
    • Juli 21, 2017 um 9:39 pm
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      Lieber Steffen, Danke für deine Nachricht. Natürlich schaue ich am Wochenende gern bei dir vorbei. Da ich von Zuhause ( in Dänemark) aus für Deutschland arbeite war der Kurs nötig, damit ich mehr Kontakt zu den Einwohnern und der Sprache habe. Ganz liebe Grüße.

      Antworten
      • Juli 21, 2017 um 9:44 pm
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        Dankeschön. Bei uns stand es auch im Raum ganz nach Dänemark zu gehen aber wir hatten zu großen Respekt wegen den Kindern. Nun Pendel ich jeden Tag, möchte aber keinen Tag mehr in Deutschland arbeiten. Dir noch einen schönen Abend. Schöne Grüße Steffen.

        Antworten
  • Juli 22, 2017 um 2:20 pm
    Permalink

    Glückwunsch mit etwas Übung ist Dänisch lernen gar nicht so schwer.

    Antworten

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